Quake Champions: Kein Free-to-Play mehr, jetzt 10 Dollar
Quake Champions ist kein Free-to-Play-Spiel mehr.
Vor ein paar Jahren wäre dieser Satz noch undenkbar gewesen, als Live-Service für fast jeden Multiplayer-Shooter das Standardmodell war. Doch der Arena-Shooter von id Software streicht jetzt den Ingame-Shop, die Battle Passes und die Währungen und verlangt von neuen Spielern stattdessen pauschal zehn Dollar. Das ist ein leiser, ungewöhnlicher Schritt, und er verrät einiges darüber, wo das Spiel heute steht.
Ein Shooter, der nie richtig zündete
Falls ihr vergessen hattet, dass es Quake Champions überhaupt gibt, seid ihr nicht allein. Der PvP-Arena-Shooter erschien 2022 als Free-to-Play-Titel und wurde nie das Phänomen, das seine Herkunft hätte vermuten lassen. Viele Spieler sahen darin eine vorübergehende Kuriosität: etwas, das man ein Wochenende lang ausprobiert, bevor man weiterzieht. Das zeigen auch die gleichzeitigen Spielerzahlen auf Steam, obwohl das Spiel bemerkenswerte 30 Saisons an Inhalten bekommen hat.
Dreißig Saisons sind eine Menge Inhalt für ein Spiel, über das die meisten schon länger nicht mehr reden. Und genau das macht das neue Modell so interessant.
Was sich tatsächlich ändert
Die Kernbotschaft ist einfach: Quake Champions kostet jetzt zehn Mäuse. Im Gegenzug verschwindet die komplette Monetarisierung. Dazu gehören:
- Sämtliche Battle Passes
- Sämtliche Mikrotransaktionen, einschließlich Lootboxen
- Die Ingame-Währungen
Stattdessen sind alle Inhalte aus allen 30 Saisons online verfügbar, und Spieler können jeden beliebigen Champion des Spiels wählen. Kein Grinden, kein Freischalten, keine Bezahlschranken zwischen euch und der Heldenauswahl.
Wer Quake Champions schon zu Free-to-Play-Zeiten gespielt hat, muss nichts bezahlen. Bestehende Spieler können ohne zusätzliche Kosten weitermachen, und der gesamte Kontofortschritt bleibt erhalten. Wer echtes Geld für Ingame-Währungen ausgegeben hat, bekommt es zurückerstattet.
Nur auf Steam – und eine Frist, die man im Blick behalten sollte
Es gibt allerdings einen wichtigen Haken. Die Änderung gilt ausschließlich für die Steam-Version des Spiels. Die Version aus dem Microsoft Store wurde „in den Ruhestand geschickt“.
Wer die Microsoft-Store-Version gespielt hat, wird aber nicht im Regen stehen gelassen. Ist das Bethesda-Konto mit Steam verknüpft, lässt sich die Steam-Version kostenlos einlösen. Wer die beiden Konten noch nicht verknüpft hat, hat noch Zeit, aber nicht viel: Die Frist endet am 7. Oktober. Falls das auf euch zutrifft, solltet ihr das lieber früher als später erledigen.
Ein letztes Aufbäumen, kein Comeback
Auf dem Papier ist das eine gute Nachricht für alle, die das Spiel mögen. Ein einmaliger Preis, alle Inhalte inklusive und kein Druck, irgendetwas zu kaufen – spielerfreundlicher geht es kaum.
Der Zeitpunkt legt jedoch eine weniger erfreuliche Deutung nahe. Microsoft hat Anfang des Jahres Stellen abgebaut, was sowohl id Software als auch Bethesda getroffen hat. Dass sämtliche Live-Service-Systeme entfernt werden, wirkt weniger wie eine mutige neue Strategie und eher so, als würde das Spiel in den Wartungsmodus versetzt – es läuft also weiter, wird aber nicht mehr aktiv ausgebaut. Quake Champions verabschiedet sich von seinen Live-Service-Ambitionen, und das könnte gut das letzte Kapitel sein, bevor es mit der Reihe irgendwie weitergeht.
Unsere Einschätzung
Für alle, die Arena-Shooter lieben, ist das wohl die beste Version von Quake Champions, die es je gab, auch wenn sie unter trüben Vorzeichen kommt. Jeder Champion, jede Saison, keine Lootboxen: Für eine kleine Einmalgebühr ist das ein starkes Angebot in einem Genre, das seit Jahren um Aufmerksamkeit kämpft.
Das große Ganze lässt sich allerdings schwerer ausblenden. Der Schritt deutet darauf hin, dass sich Free-to-Play-Monetarisierung nur lohnt, solange ein Studio ein Spiel aktiv mit neuen Saisons versorgt. Sobald diese Arbeit endet, wirkt es sinnlos, einen Shop und einen Battle Pass am Laufen zu halten, und ein günstiger Kaufpreis wird zu einem sauberen Weg, die Sache ausklingen zu lassen, ohne die Server abzuschalten.
Es lohnt sich zu beobachten, ob andere angeschlagene Live-Service-Shooter einen ähnlichen Weg einschlagen, statt direkt dichtzumachen. Und speziell für Quake-Fans lautet die eigentliche Frage, was id Software künftig mit der Reihe vorhat – und ob wir von Quake Champions jetzt erst einmal eine Weile nichts mehr hören.
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