Asienspiele 2026: Südkorea holt fünf E-Sport-Medaillen
Südkoreas E-Sport-Auswahl reist mit voller Tasche aus Japan ab.
Das Land hat seinen Auftritt bei den Asienspielen 2026 in Aichi-Nagoya, dem kontinentweiten Multisport-Event, mit fünf E-Sport-Medaillen aus neun Wettbewerben beendet: zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Das Glanzlicht ist laut InvenGlobal das zweite League-of-Legends-Gold in Folge. Spannender ist aber, wie breit die Medaillen verteilt sind. Sie kamen aus Team- und Einzelwettbewerben, aus Prügelspielen, Rennspielen und sogar einem Pokémon-MOBA.
League of Legends: Acht Spiele, keine Niederlage
Südkoreas Lauf in League of Legends war so makellos, wie es nur geht. Das Team bestritt acht Spiele und gewann alle.
Los ging es mit dem Gruppensieg in Gruppe B dank Siegen gegen Chinese Taipei, Indien und Hongkong. Im Halbfinale wartete Saudi-Arabien und verlor 0:2. Danach kam es am 2. Oktober in der Aichi Sky Expo im Finale zum Wiedersehen mit Chinese Taipei, und Südkorea gewann 3:0.
Dieses Gold war das letzte, das Südkorea bei diesen Spielen einsammelte. Gleichzeitig setzt das Land damit seine League-of-Legends-Serie bei den Asienspielen nach dem Sieg in Hangzhou fort. Drei Spieler aus dem damaligen Kader waren erneut dabei: Faker, Zeus und Keria haben jetzt jeweils zwei Goldmedaillen bei Asienspielen. Canyon, Zeka und Gumayusi holten bei ihrer ersten Teilnahme direkt Gold.
Die Aufholjagd im Prügelspiel
Das erste Gold gab es eigentlich schon fast eine Woche früher, und es war deutlich weniger entspannt.
Am 26. September trafen Bae Jae-min, Lee Kwang-no und Yeon Je-gil im Team-Finale der Prügelspiele auf Gastgeber Japan. Der Wettbewerb kombinierte drei Titel: Tekken 8, The King of Fighters XV und Street Fighter 6. Südkorea lag 1:2 zurück. Dann gewann das Team vier Sets in Folge und machte mit 5:2 alles klar.
Lee führte die Wende mit zwei gewonnenen Matches an. Bae verlor sein erstes Set, kam aber zurück und holte zwei weitere. Yeon nahm unterwegs noch Revanche und schlug Kojiro Higuchi, gegen den er zuvor verloren hatte.
Der Sieg zählte mehr als nur im Medaillenspiegel. Er zeigte, dass Südkorea ganz oben auf dem Podest landen kann, ohne sich auf seinen größten Teamwettbewerb verlassen zu müssen.
Silber und Bronze runden das Bild ab
Die erste südkoreanische E-Sport-Medaille dieser Spiele gab es am 23. September. Kim Young-chan wurde in Gran Turismo 7 Dritter unter acht Finalisten, wobei die Endplatzierung über Punkte aus drei Rennen ermittelt wurde.
Kang Dong-shin legte Silber in Puyo Puyo Champions nach. Er erreichte das Finale am 26. September, verlor dort aber 2:10 gegen den Japaner Yuki Kurihara.
Die zweite Bronzemedaille kam vom Pokémon-UNITE-Team. Kim Jae-young, Park Seong-soon, Lee Ji-hwan, Cho Min-hyuk und Jin Soo-bin schlugen am 27. September im Viertelfinale Singapur mit 2:1 und unterlagen dann im Halbfinale Japan mit 0:2. Ein Spiel um Platz drei gab es in diesem Wettbewerb nicht. Beide Halbfinal-Verlierer teilten sich Rang drei.
Wo es nicht gereicht hat
Neun Wettbewerbe, fünf Medaillen. Bleiben also vier, in denen es nicht geklappt hat.
Das PUBG-Mobile-Team landete mit 71 Punkten auf Platz sechs. Im ersten Match des letzten Tages holte es zwar ein "Chicken Dinner" - so heißt im Spiel ein klarer Matchsieg -, für einen Sprung nach oben reichte das aber nicht. Honor of Kings und Identity V schieden jeweils im Viertelfinale aus. Das eFootball-Team kam nicht über die Gruppenphase hinaus.
Das große Ganze
Die naheliegende Erkenntnis: Bei den Asienspielen bleibt Südkorea in League of Legends das Team, das es zu schlagen gilt. Zweimal Gold in Folge, diesmal mit einem perfekten Lauf, da gibt es wenig zu diskutieren. Wir finden aber, dass alles drumherum mehr über dieses Ergebnis verrät.
Bronze im Rennspiel, Silber im Puzzlespiel, Bronze im MOBA und Gold im Prügelspiel deuten auf ein Land hin, das sich über viele Genres hinweg breit aufstellt, statt sich nur auf ein Aushängeschild zu stützen. Das ist wichtig, weil das E-Sport-Programm der Asienspiele sehr unterschiedliche Spiele zusammenwirft und Nationalteams alle davon abdecken müssen. Auffällig ist auch, wie oft Japan in Südkoreas wichtigsten Momenten der Gegner war: Zweimal setzte sich Japan durch, das Prügelspiel-Finale ging verloren.
Da die Veranstalter bestätigt haben, dass E-Sport bei den Asienspielen seinen Medaillenstatus behält, dürften diese Ergebnisse über dieses eine Turnier hinaus Gewicht haben. Sie passen auch zu Spielen, die an anderer Stelle bemerkenswerte Geschichten geliefert haben, darunter Mu Xinyues historisches Gold und das MLBB-Turnier auf der Mobile-Seite.
Worauf man als Nächstes achten sollte: ob Südkorea seine Ergebnisse auf dem Handy drehen kann. PUBG Mobile, Honor of Kings und Identity V verpassten allesamt das Podest, und das wirkt wie die deutlichste Lücke in einer ansonsten breit aufgestellten Ausbeute.
