Valorant Champions: G2 schlagen 100 Thieves, Vitality weiter
G2 haben in Shanghai genau die Antwort bekommen, die sie gebraucht haben.
Die Viertelfinals im Upper Bracket der Valorant Champions 2026 lieferten ein klares Ausrufezeichen und einen Beinahe-Einbruch. G2 fegten 100 Thieves mit 2:0 vom Server, während Vitality drei Maps und eine Verlängerung brauchte, um Nongshim RedForce auszuschalten. Beide Sieger bleiben im Upper Bracket. 100 Thieves und Nongshim rutschen ins Lower Bracket, wo eine weitere Niederlage das Aus bedeutet. Zuerst berichtete Insider Gaming über die Ergebnisse.
G2 begleichen eine alte Rechnung
Dieses Duell hatte eine Vorgeschichte. 100 Thieves hatten G2 in VCT Americas Stage 2 besiegt (VCT steht für die Valorant Champions Tour, Riots offizielle Wettkampfserie). Außerdem reisten sie als amtierender Regionalmeister und mit einem EWC-Titel im Gepäck nach Shanghai. G2 kamen mit einem weniger schmeichelhaften Ruf an. Stark in der Heimat, aber unfähig, diese Form auf internationale Turniere mitzunehmen.
Auf der ersten Map hätte man davon nichts geahnt. Abyss war der eigene Pick von 100 Thieves, und G2 holten sich die Map mit 13:5. Nathan 'leaf' Orf kam auf 19 Kills, 11 Tode und 6 Assists. Trent 'trent' Cairns war mit 18/9/2 sogar noch effizienter. Ein schneller, deutlicher Start, der 100 Thieves sofort unter Druck setzte.
Ascent war eine deutlich engere Angelegenheit. 100 Thieves fanden immer wieder Wege, G2 aus dem Gleichgewicht zu bringen, und die Map blieb durchgehend knapp. Doch G2 knickten nicht ein. Sie gewannen die engen Runden, entschieden die Clutch-Situationen für sich, als es darauf ankam, und machten mit 13:11 den Sweep perfekt.
Diese zweite Map wiegt schwerer, als das Ergebnis vermuten lässt. Ein Team auf einer Map abzuschießen, ist das eine. In einer engen Partie auf internationaler Bühne die Nerven zu behalten, ist genau das, woran G2 in der Vergangenheit gescheitert sind.
Vitality überstehen das Auf und Ab
Vitalitys Serie begann, als würde sie zur reinen Formsache. Auf Split gingen sie mit 7:5 in die Pause und machten Nongshim danach dicht: In der zweiten Hälfte gaben sie nur eine einzige Runde ab und gewannen 13:6. Herausragend war Nikita 'Derke' Sirmitev, der auf der Verteidigerseite 280 ACS auflegte (Average Combat Score, ein gängiger Wert für den individuellen Einfluss).
Dann kam Abyss. Nongshim holten sich die Map mit 13:4 und gaben in der zweiten Hälfte keine einzige Runde ab. Das ist kein kleiner Wackler. Das ist ein Team, das komplett ausgespielt wird, und es schickte die Serie auf eine entscheidende dritte Map.
Auf Haven wurde es dann chaotisch. Nongshim führten zur Halbzeit mit 7:5, später stand es 9:9. Nongshim blieben dran und zwangen die Map in die Verlängerung. Elias 'Jamppi' Olkkonen gewann einen 1v1-Clutch und bescherte Vitality Map- und Serienpunkt. Nongshim antworteten mit einem Retake und hielten sich am Leben. Derke half dabei, einen weiteren Matchpunkt herauszuspielen, und Timofey 'Chronicle' Khromovs starke Einzelaktionen in der Schlussphase brachten Vitality schließlich ins Ziel.
Schön war das nicht. Aber Vitality haben nach einer deftigen Niederlage umgestellt, auf Haven ihren Rhythmus gefunden und stehen nun im Halbfinale des Upper Brackets.
So steht das Bracket
Die Viertelfinals haben das Feld der acht Teams genau in der Mitte geteilt. Im Upper Bracket gesellen sich G2 und Vitality zu NRG und LOUD. Unten im Lower Bracket stehen nun 100 Thieves und Nongshim RedForce neben Paper Rex und T1. Wer noch einmal nachlesen möchte, wie sich das Feld zusammengesetzt hat: Unser früherer Blick auf die Playoff-Situation bei Champions Shanghai fasst die Ergebnisse der Gruppenphase zusammen.
Champions wird im Double-Elimination-Format ausgetragen. Wer im Upper Bracket gewinnt, kommt weiter, ohne unmittelbar vom Aus bedroht zu sein, während die Teams im Lower Bracket bei jedem Spiel ums Überleben kämpfen. Gegen wen 100 Thieves und Nongshim als Nächstes antreten und wann diese Partien stattfinden, ging aus dem Bericht nicht hervor.
Unsere Einschätzung
Das Ergebnis von G2 sticht heraus. Für ein Team, dem vorgeworfen wurde, seine Form aus der Heimat nicht ins Ausland mitnehmen zu können, ist ein 2:0 gegen den amtierenden Americas-Meister eine echte Wende. Aufschlussreicher ist dabei Ascent, nicht Abyss. Die Ruhe in engen Maps war bislang genau das, was G2 von den Titelanwärtern trennte, und dieser Sieg deutet darauf hin, dass sich diese Lücke schließen könnte. Es lohnt sich zu beobachten, ob das auch gegen stärkere Gegner im Upper Bracket Bestand hat oder ob es nur ein einzelner guter Tag war.
Vitalitys Sieg wirft andere Fragen auf. Ein 13:4, bei dem der Gegner die zweite Hälfte ohne Rundenverlust durchspielt, ist ein echtes Warnsignal, auch wenn sie sich davon erholt haben. Dass sie sich auf Haven neu sortieren konnten, macht Mut, aber man darf sich durchaus fragen, wie sie zurechtkämen, wenn ein anderer Gegner eine ähnliche Antwort findet.
Für 100 Thieves wird das Lower Bracket nun zur Probe, ob ihre Erfolge in der Heimat und beim EWC einen langen, gnadenlosen Weg überstehen. Da auch Paper Rex und T1 in dieser Hälfte stehen, dürfte es ein harter Weg werden.
