Thunderpick World Championship: CS2-Millionen auf Malta
Neue Woche, neues großes Counter-Strike-Turnier. Diesmal ist es die Thunderpick World Championship 2026, und dort geht es um 1 Million Dollar Preisgeld für gerade einmal acht Teams.
Das Turnier läuft vom 14. bis 18. Oktober in den BLAST Arena Studios auf Malta. Zu den Zugpferden gehören FURIA, Team Falcons und Aurora Gaming. Ein kurzes, knackiges Format mit viel Geld im Topf, und schon der erste Tag hat gezeigt, wer gut im Rennen liegt.
So kam das Teilnehmerfeld zustande
Sieben der acht Teams wurden auf Basis der Valve Regional Standings, kurz VRS, eingeladen. Das ist Valves Ranglistensystem, mit dem Turnierveranstalter die Startplätze vergeben. Den achten Platz sicherte sich laut esports.gg ein Team über eine weltweite Qualifikation.
Noch bevor die erste Map gespielt war, gab es eine kurzfristige Änderung. Virtus.pro konnte wegen Visaproblemen nicht nach Malta reisen, also rückte Ninjas in Pyjamas nach.
Die Teams sind auf zwei Gruppen verteilt:
- Gruppe A: 9z Team, Team Falcons, Ninjas in Pyjamas und Aurora Gaming
- Gruppe B: Legacy, PARIVISION, FURIA und BetBoom Team
Gespielt wird in jeder Gruppe im Double-Elimination-Modus. Wer einmal verliert, ist noch dabei. Wer zweimal verliert, fährt nach Hause. Die beiden besten Teams jeder Gruppe ziehen in die Playoffs ein.
Tag eins: Vier glatte Siege
Was die Ergebnisse angeht, bot Mittwoch, der 14. Oktober, wenig Spannung. Alle Auftaktpartien endeten 2:0.
9z erledigte Aurora. Falcons schlug Ninjas in Pyjamas, also das Team, das nur wegen der Reiseprobleme von Virtus.pro überhaupt dabei ist. In Gruppe B fegte Legacy PARIVISION vom Platz, und FURIA hatte BetBoom im Griff.
Damit kämpfen die vier Sieger am nächsten Gruppenspieltag um einen Platz in den Playoffs, während Aurora, Ninjas in Pyjamas, PARIVISION und BetBoom bereits ums Überleben spielen. Noch eine Niederlage, und ihre Woche auf Malta ist vorbei.
Der Zeitplan
Die Gruppenphase endet am 16. Oktober. Die Playoffs beginnen am 17. Oktober und enden am 18. Oktober - Halbfinale, Spiel um Platz drei und großes Finale sind also in diese zwei Tage gepackt.
Wer zuschauen will: Die Spiele werden auf den offiziellen Esport-Kanälen von Thunderpick bei YouTube und Twitch übertragen. Das große Finale steigt am 18. Oktober.
Wer fehlt
Und hier liegt der Haken. Einige Top-Organisationen haben auf das Turnier verzichtet, und esports.gg nennt den vollen Terminkalender als Grund. Das überrascht nicht, wenn man die Szene in letzter Zeit verfolgt hat. Der Counter-Strike-Kalender ist randvoll, und das Event von Thunderpick liegt direkt neben etablierten Turnieren anderer Veranstalter.
Die Teams, die angereist sind, haben also eine echte Chance auf richtig viel Geld, müssen es sich aber in einem engen Fenster von fünf Tagen verdienen. Da bleibt nicht viel Zeit, um eine schlechte Map wegzustecken.
Das Preisgeld ist dabei auch nur ein Teil des Ganzen. Bei großen CS2-Turnieren hängen Turniereinnahmen und Möglichkeiten für die Teams mit weiteren Einnahmequellen rund um den Wettbewerb zusammen. Esports Insider hat sich zum Beispiel angesehen, wie sich Preisgeld und Sticker-Einnahmen beim IEM Cologne Major überschneiden.
Unsere Einschätzung
1 Million Dollar Preisgeld für acht Teams ist pro Startplatz eine Menge Geld. Allein das macht die Thunderpick World Championship zu einer der wichtigen Stationen im CS2-Kalender, auch ohne dass alle großen Namen vertreten sind.
Die spannendere Geschichte sind allerdings die Absagen. Wenn Top-Organisationen anfangen, solche Turniere wegen des Terminplans auszulassen, deutet das darauf hin, dass der Kalender womöglich an seine Grenzen stößt. Die Teams können nicht überall sein, und Geld allein scheint nicht zu reichen, um alle anzulocken.
Für die Fans hat das zwei Seiten. Weniger Schwergewichte im Feld bedeuten mehr Platz für Teams wie 9z, Legacy oder PARIVISION, weit zu kommen und richtig abzukassieren. Andererseits bekommt ein Sieger, der nicht die Allerbesten schlagen musste, vielleicht nicht ganz denselben Respekt.
Es lohnt sich, im Auge zu behalten, ob Falcons und FURIA ihren starken Start in einen Titel ummünzen und ob Ninjas in Pyjamas das Beste aus einem Startplatz macht, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Auf längere Sicht stellt sich die Frage, ob sich die Veranstalter künftig härter um Termine streiten oder ob sich die Teams weiterhin ihre Turniere aussuchen. So oder so dürfte dieses Wochenende auf Malta ein paar Antworten liefern.
