WoW Forever: Beta verbirgt 40 % der Items vor Dataminern

WoW Forever: Beta verbirgt 40 % der Items vor Dataminern

Dataminer lieben Betas. Bei World of Warcraft Forever sind sie allerdings gegen eine Wand gelaufen.

Die Beta von WoW Forever ist gestartet, und wie erwartet haben sich die Leute, die beruflich Spieldateien durchwühlen, sofort an die Arbeit gemacht. Was sie gefunden haben, ist vor allem wegen dem interessant, was sie nicht gefunden haben. Ein großer Teil der Gegenstandsliste des Spiels wird absichtlich unter Verschluss gehalten, und das ist kein kleiner Anteil.

Die Zahlen hinter dem Vorhang

Icy Veins, die altgediente Guide- und News-Seite, die viele WoW-Spieler für Klassen-Builds und Patch-Berichte nutzen, hat eine ausführliche Aufstellung darüber veröffentlicht, was in der Beta noch verborgen ist. Die zentrale Zahl ist schnell erklärt: Rund 40 % der Gegenstände im Spiel sind für die Spieler nicht sichtbar.

Die zweite Zahl ist genauso wichtig. Von diesem verborgenen Bestand haben Spieler bislang etwa 34 % aufgedeckt. Nimmt man beide Werte zusammen, ergibt eine grobe Rechnung, dass rund ein Viertel aller Gegenstände im Spiel für alle außerhalb des Entwicklerteams weiterhin unbekannt ist. Für eine Beta, die Dataminer gerade nach allen Regeln der Kunst auseinandernehmen, ist das eine Menge weißer Flecken.

Ja, die Spieler nehmen die Beta also bereits gründlich auseinander. Das vollständige Bild davon, was WoW Forever zum Start bieten wird, ist aber noch in weiter Ferne.

Keine Spoiler, nur der Umfang

Man sollte klarstellen, was die Aufstellung von Icy Veins ist und was nicht. Sie verrät keine konkreten Gegenstände und zeigt auch keine einzelnen Ausrüstungsteile. Es ist eine Zählung, kein Katalog. Wer möglichst unvoreingenommen in WoW Forever einsteigen will, kann sich über das Ausmaß der verborgenen Inhalte informieren, ohne dass ihm Überraschungen verdorben werden.

Die Aufstellung kommt außerdem mit einer wichtigen Einschränkung. Manche der derzeit verborgenen Gegenstände schaffen es womöglich nie in die finale Version des Spiels. Als Beispiel nennt Icy Veins die alten Tier-1-Sets. Für neue oder zurückkehrende Spieler: "Tier-Sets" sind die zusammengehörigen Rüstungssets der einzelnen Klassen, die traditionell in Schlachtzügen erbeutet werden, und Tier 1 war die allererste Reihe davon. Laut der Aufstellung könnten diese ursprünglichen Sets komplett durch Sets ersetzt werden, die auf bestimmte Spezialisierungen zugeschnitten sind - also die verschiedenen Rollen oder Spielweisen innerhalb einer Klasse.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Ein verborgener Gegenstand in einer Beta ist kein Versprechen. Es kann sich um Platzhalterdaten handeln, um ein Überbleibsel eines früheren Plans oder um etwas, das vor dem Release gestrichen wird. Wer die Zahl der verborgenen Gegenstände als garantierte Inhaltsliste versteht, interpretiert zu viel hinein.

Warum überhaupt etwas verstecken?

Die naheliegende Frage ist, warum so viel unter Verschluss bleibt. Die Quelle nennt keine Begründung von Blizzard, und wir werden auch nicht darüber spekulieren. Die Zahlen zeigen aber, dass es hier nicht um ein paar geheime Belohnungen geht, die in einer Ecke versteckt sind. Rund 40 % der Gegenstandsliste während eines öffentlichen Tests zu verbergen, ist eine bewusste Entscheidung, und sie deutet auf eine beträchtliche Menge neuer Ausrüstung hin, die für diese Version des Spiels geschaffen wurde.

Das passt zum Gesamtbild von WoW Forever als Neuauflage statt als reine Wiederveröffentlichung. Blizzard hat Teile des Spiels bislang sehr kontrolliert vorgestellt, und bei den Gegenständen scheint es genauso zu laufen: Die Spieler dürfen die Systeme testen, aber die Belohnungen bleiben hinter dem Vorhang.

Das große Ganze

Für die Leser von GaMP CC heißt das: Die Beta von WoW Forever zeigt nur einen Ausschnitt, und das mit voller Absicht. Wer Beute, Fortschritt oder Klassenidentität des Spiels allein anhand der Beta-Daten beurteilt, sollte vorsichtig sein. Wenn ein großer Teil der Gegenstände verborgen ist und manche der sichtbaren oder entdeckten Teile den Start womöglich nicht überleben, stehen frühe Schlussfolgerungen bestenfalls auf wackligen Beinen.

Das Tier-1-Beispiel ist der Punkt, den wir am genauesten im Auge behalten würden. Klassische klassenweite Sets gegen spezialisierungsspezifische zu tauschen, wäre ein echter Richtungswechsel im Design und keine kosmetische Anpassung. Es deutet darauf hin, dass Blizzard bereit ist, selbst die bekanntesten Elemente des alten Spiels neu zu denken. Das könnte Spieler freuen, die wollen, dass sich jede Rolle eigenständig anfühlt. Es könnte aber auch diejenigen verärgern, die sich wünschen, dass die Neuauflage nah an dem bleibt, was sie in Erinnerung haben. Wohin die Reise geht, wissen wir schlicht noch nicht.

Beobachten sollte man auch, wie sich die Entdeckungsrate entwickelt. Bei rund 34 % gefundenen verborgenen Gegenständen haben Dataminer noch reichlich zu tun. Ob diese Zahl im Laufe der Beta stetig steigt oder ob Blizzard bis zum Start den Deckel draufhält, wird viel darüber verraten, wie streng das Studio die Enthüllung der Inhalte von WoW Forever kontrollieren will.