Deadlock-Update: Valve-Shooter erreicht 228K auf Steam
Deadlock ist wieder im Gespräch.
Das ist keine Kleinigkeit für ein Spiel, das die meisten Leute offiziell gar nicht spielen können. Valves PvP-Shooter steckt nach wie vor in einer sehr geschlossenen Beta, und der übliche Weg hinein führt über einen Freund mit Einladung. Einen Release-Zeitraum gibt es nicht. Es gibt nicht einmal einen Hinweis auf einen breiteren Test. In einem Jahr voller großer Veröffentlichungen hätte man das Spiel leicht komplett aus den Augen verlieren können.
Dann hat Valve The City Never Sleeps veröffentlicht, und die Spielerzahl ist nach oben geschossen.
Was in The City Never Sleeps steckt
Das hier ist kein Balance-Patch mit schickem Namen. Es ist ein umfangreiches Update, das fast jeden Teil des Spiels betrifft.
Das Highlight ist der Kader. Sechs neue Charaktere sind unterwegs, aber sie kommen nicht alle auf einmal. Valve veröffentlicht sie zweimal pro Woche, jeweils dienstags und freitags. Diese gestaffelte Einführung gibt den Spielern einen Grund, immer wieder vorbeizuschauen, und der Community Zeit, jeden Neuzugang zu durchschauen, bevor der nächste auftaucht.
Auch die Karte wurde komplett überarbeitet. Die neue Version bringt neue Bezirke, neue Gegner und strategisch wichtige Orte mit, dazu weitere Ziele. Da Partien auf der Karte gewonnen und verloren werden, dürfte das die Spielweise stärker verändern als jeder einzelne Held.
Dann ist da noch der Broker, ein mysteriöser neuer Händler. Valve hat sich dazu kaum geäußert, und allein der Name dürfte für reichlich Spekulationen sorgen. Obendrauf bringt das Update eine ganze Reihe grafischer Verbesserungen und Verbesserungen an der Benutzeroberfläche.
Warum Valve seine Arbeit verteilt hat
Valve erklärte, dass man diesmal anders vorgegangen sei. Frühere Updates drehten sich meist um ein zentrales Feature. In diesem Jahr hat das Team an mehreren Dingen gleichzeitig gearbeitet.
"Anders als bei früheren Updates, bei denen sich unsere Arbeit stärker auf die Kernbestandteile des jeweiligen Updates konzentriert hat, haben wir in diesem Jahr parallel an mehreren verschiedenen Dingen gearbeitet", schreibt Valve. "Nach dem Update Old Gods New Blood hatten wir das Gefühl, dass es noch eine Menge Arbeit am eigentlichen Kernspiel gab, die wir erledigen wollten, bevor wir zu den eher auf Feinschliff ausgerichteten Phasen der Spieleentwicklung übergehen."
Der letzte Satz ist wichtig. Valve baut noch am Fundament. Der Feinschliff kommt später.
Die Zahlen
Die Spieler haben es bemerkt. Die Beta erreichte auf Steam einen neuen Allzeit-Höchstwert von mehr als 228.000 gleichzeitigen Spielern. Am Mittwochmorgen, einen Tag nach dem Start des Updates, zeigte Steam immer noch mehr als 107.000 Leute im Spiel an.
Das sind starke Werte für ein Spiel, das den Zugang weiterhin über Einladungen beschränkt. Sie deuten auch darauf hin, dass viele, die sich zwischenzeitlich abgewandt hatten, nur auf einen Grund zur Rückkehr gewartet haben.
Wie es weitergeht
Valve hat außerdem grob skizziert, wo die Prioritäten liegen. Weiter oben auf der Liste stehen Charakterfortschritt, Anpassungsmöglichkeiten für Charaktere und Verstecke sowie alternative Spielmodi. Weiter nach hinten rutschen neue Gegnertypen und überarbeitete Heldenmodelle.
Diese Reihenfolge sagt einiges. Fortschritt und Anpassung halten Spieler auch zwischen den Partien bei der Stange. Zusätzliche Modi geben ihnen etwas zu tun, wenn der Hauptmodus an Reiz verliert. Mehr Gegnervielfalt und neue Modelle sind schön, aber sie sind nicht das, was eine Community zusammenhält.
Unsere Einschätzung
Der Anstieg zeigt, dass das Interesse an Deadlock nie wirklich verschwunden war. Es brauchte nur etwas Substanzielles. Ein Höchstwert von 228.000 Spielern in einer zugangsbeschränkten Beta ist ein Ergebnis, über das sich viele vollständig veröffentlichte Shooter freuen würden.
Man sollte das allerdings einordnen. Live-PvP-Shooter haben es gerade schwer. Manche, wie Synduality: Echo of Ada, werden abgeschaltet. Andere, etwa Quake Champions, stellen ihr Geschäftsmodell um. Valve kann sich diesem Druck entziehen, indem es Deadlock geschlossen hält, während das Kernspiel Gestalt annimmt.
Die große Frage ist, ob diese Zahlen auch dann noch halten, wenn die sechs Charaktere alle draußen sind. Spannend wird auch, ob Fortschrittssystem und alternative Modi früh genug kommen, um dieses neue Publikum zu halten. Wenn ja, spricht deutlich mehr dafür, den Test zu öffnen. Wenn nicht, könnte Deadlock bis zum nächsten großen Update wieder vom Radar verschwinden.
