Sea of Thieves testet Brigantinen, Dateigröße schrumpft

Sea of Thieves testet Brigantinen, Dateigröße schrumpft

Sea of Thieves hat die Angewohnheit, offen über die Dinge zu sprechen, die nicht funktionieren. Das ist bei Live-Service-Spielen seltener, als es sein sollte, und das neueste Entwickler-Vlog setzt voll darauf. Manche Experimente sind gescheitert, manche wurden verschoben, und ein altbekanntes Problem wird endlich kleiner. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Hier der Überblick, was in Rares Piraten-Sandbox in der Pipeline steckt und was unterwegs auf Eis gelegt wurde.

Kurz zu Rares neuen Chefs

Das Video begann mit etwas, das sich vermutlich alle gefragt haben. Microsoft hat Rare Ltd. unter die Kontrolle von Activision gestellt, und das Team ging nur kurz auf die Änderung ein. Man bedankte sich bei den Fans für die guten Wünsche und machte weiter. Das war's. Kein umgekrempelter Fahrplan, keine große Ansage zur Zukunft. Ob das beruhigend ist oder nicht, hängt wohl davon ab, was man von Activision hält.

Big Ship, Little Ship muss zurück ins Trockendock

Als Erstes stand das Experiment "Big Ship Little Ship" auf dem Programm. Die Idee war einfach: Crews auf Server schicken, auf denen alle Schiffe gleich groß sind, und dann beobachten, wie sich das Verhalten der Spieler verändert. Sloop-Crews segeln nur gegen Sloops, Galeonen treffen nur auf Galeonen, so in der Art.

Das Urteil? Noch nicht. Die weitere Entwicklung des Features wurde verschoben. Die Entwickler stellten klar, dass der Test ihnen trotzdem nützliche Daten und Rückmeldungen der Spieler geliefert hat, verschwendete Zeit war es also nicht. Wer aber auf Server mit Schiffen gleicher Größe in naher Zukunft gehofft hat, muss sich weiter gedulden.

Last Ship Standing verkraftet keine sechs Galeonen

Das zweite Experiment stieß an eine härtere Grenze. Rare wollte größere Schiffe in Last Ship Standing ausprobieren, dem Jeder-gegen-jeden-Modus des Spiels, in dem Crews kämpfen, bis nur noch ein Schiff über Wasser ist. Sechs Galeonen mit voller Besatzung in einer einzigen Partie waren schlicht zu viel, die Performance litt darunter.

Die naheliegende Lösung wären weniger Schiffe. Diesen Weg geht Rare aber nicht. Stattdessen will das Team Brigantinen testen, die mittelgroße Option zwischen Sloops und Galeonen. So bleibt die Zahl der Crews pro Partie gleich, während die Last sinkt. Einen Haken gibt es allerdings: Der Brigantinen-Test hat sich wegen Problemen mit der PlayStation-5-Version des Test-Builds deutlich verzögert.

Die Speicher-Diät zeigt tatsächlich Wirkung

Jetzt zu den guten Nachrichten. Sea of Thieves belegt ordentlich Platz, und wer schon einmal eine Konsolenfestplatte freiräumen musste, nur um ein Update zu installieren, kennt das Elend. Rare arbeitet daran, das Spiel zu verkleinern, und diesmal zahlt sich die Mühe aus.

Die Ziele sind ziemlich ehrgeizig. Bei Spielern auf PC und Xbox mit 4K soll sich die Installationsgröße mindestens halbieren. Alle anderen - normale PC-, Xbox- und PS5-Spieler - können mit einer Verkleinerung um rund 30 Prozent rechnen. Für ein Spiel, das ständig neue Inhalte bekommt, ist das ein ordentliches Stück zurückgewonnener Speicherplatz.

Cheater, Shanties und fairere Bundles

Ein paar kleinere Punkte rundeten das Vlog ab:

  • Kampf gegen Cheater: Rare setzt seine Bemühungen fort, Datei-Mods zu stoppen, mit denen Spieler schummeln. Das ist ein Dauerkampf bei Onlinespielen, wie zuletzt die Festnahme wegen GTA-Online-Hacks gezeigt hat.
  • Seemannslieder zum Kaufen: Shanties wandern in den Pirate Emporium, den Premium-Shop des Spiels.
  • Fairere Bundle-Preise: Kommende Emporium-Bundles passen ihren Preis an, wenn man bereits einen der enthaltenen Gegenstände besitzt. Kein doppeltes Bezahlen mehr für denselben kosmetischen Gegenstand.

Der letzte Punkt klingt nebensächlich. Ist er aber nicht. Bundle-Preise, die ignorieren, was Spieler schon besitzen, gehören zu den nervigeren Angewohnheiten von Live-Service-Shops, und es ist schön zu sehen, dass sich da etwas tut.

Unsere Einschätzung

Das Interessanteste an diesem Vlog ist, wie viel davon sich um Dinge dreht, die nicht passieren. Zwei Gameplay-Experimente sind entweder ins Stocken geraten oder wurden verschoben, und Rare hat das klar gesagt. Diese Art von Transparenz schafft meist Wohlwollen in der Community, auch wenn die Nachricht selbst etwas enttäuschend ist.

Die Arbeit an der Dateigröße ist dagegen die Änderung, die die meisten Spieler tatsächlich spüren werden. Speicherplatz ist auf Konsolen ein ständiges Ärgernis, und 30 Prozent weniger für die meisten Spieler sind eher eine praktische als eine spektakuläre Verbesserung.

Die größere Frage, die über alldem schwebt, ist der Wechsel unter das Dach von Activision. Rare hat dazu fast nichts gesagt, was entweder darauf hindeutet, dass sich an den alltäglichen Plänen nichts geändert hat, oder dass das Team einfach noch nicht bereit ist, darüber zu sprechen. Es lohnt sich zu beobachten, ob künftige Vlogs diesen offenen Ton beibehalten und ob sich der Emporium mit der Zeit anders verhält. Bis dahin sollte man den Brigantinen-Test im Auge behalten, sobald der PS5-Build läuft - das ist das nächste konkrete Ereignis, auf das man achten kann.