ARC Raiders und The Finals: Film- und Serienpläne

ARC Raiders und The Finals: Film- und Serienpläne

Embark Studios holt seine Shooter vom PC auf den Bildschirm. Der zu Nexon gehörende Entwickler hat eine Partnerschaft mit Chernin Entertainment angekündigt, um sowohl ARC Raiders als auch The Finals als Film und Serie umzusetzen.

Die Ankündigung ist kurz, die Idee dahinter groß, und vieles bleibt offen.

Wer ist Chernin Entertainment?

Nicht jeder Spieler wird den Namen kennen, einige der jüngeren Projekte könnten aber bekannt vorkommen. Chernin Entertainment hat die Verfilmung von The Backrooms produziert, dem Internet-Horrorphänomen, das in Online-Communitys entstanden ist und nicht in einem klassischen Filmstudio. Auch The Last House, ein Film für Netflix, stammt von Chernin.

Gerade das erste Projekt ist bemerkenswert. The Backrooms war ursprünglich weder ein Buch noch ein Comic. Es kam aus der Internetkultur, und so einen Stoff auf den Bildschirm zu bringen, verlangt einen anderen Ansatz als die Verfilmung eines Romans. Damit hat Chernin schon Erfahrung.

Was wir tatsächlich wissen

Sehr wenig. Beide Unternehmen freuen sich sichtlich über den Deal, und das steht auch so in der Ankündigung. Darüber hinaus gibt es keine Details.

Die entscheidende Frage ist, welches Spiel was wird. Die Ankündigung spricht von Film und Fernsehen, sagt aber nicht, welches Spiel in welchem Format landen soll. ARC Raiders könnte ein Kinofilm werden und The Finals eine Serie. Es könnte auch genau andersherum sein. Beide Spiele könnten beides bekommen, oder am Ende wird nur ein Format tatsächlich umgesetzt. Außerhalb der beiden Unternehmen weiß das derzeit niemand.

Auch zu Veröffentlichungszeiträumen, Besetzung, Regie, Drehbuch oder einem möglichen Streamingdienst oder Verleih gibt es keine Angaben. Sicher ist nur, dass Umsetzungen geplant sind und Chernin der Produktionspartner ist.

Zwei sehr unterschiedliche Spiele als Vorlage

Spannend an dieser Kombination ist, dass Embarks zwei Spiele nicht dieselbe Art von Projekt sind. Jedes bringt eigene Herausforderungen für Drehbuchautoren mit sich.

ARC Raiders stand zuletzt oft im Rampenlicht. Das Spiel ist vor Kurzem mit dem Start von Frozen Trail auf Free-to-Play umgestiegen, ein Schritt, der deutlich mehr Spieler anlocken dürfte. Auch der Druck auf das Team dahinter ist nicht unbemerkt geblieben. Ein Entwickler gab vor nicht allzu langer Zeit zu, dass das Team "super müde" sei. Kommt nun noch ein Film- oder Serienprojekt dazu, stellt sich die Frage, wie stark das Studio selbst eingebunden sein wird. Darauf geht die Ankündigung allerdings nicht ein.

The Finals hat seine eigene Identität, und die ist eine ganz andere. Vermutlich halten sich die Unternehmen deshalb beim Format noch alle Optionen offen. Eine Serie und ein Kinofilm brauchen von ihrer Vorlage sehr unterschiedliche Dinge.

Ist Skepsis angebracht?

Spieleverfilmungen haben eine durchwachsene Geschichte, und Multiplayer-Spiele sind besonders schwer zu verkaufen. Eine große Einzelspielerkampagne liefert den Autoren eine fertige Geschichte, Figuren und ein Ende. Ein Multiplayer-Shooter bietet oft nur ein Setting, eine Stimmung und viele von Spielern geschaffene Momente, die zusammen keine Handlung ergeben.

Unmöglich macht das die Sache nicht. Es bedeutet aber, dass die Autoren dieser Projekte einen Großteil der Geschichte wohl selbst erfinden müssen. Fans werden genau hinschauen, ob dieses neue Material die Spiele respektiert oder sich nur das Logo leiht.

Das größere Bild

Der Deal deutet darauf hin, dass Embark und Nexon ARC Raiders und The Finals als langfristige Marken sehen und nicht nur als Live-Service-Spiele mit Verfallsdatum. Eine Reihe auf den Bildschirm zu bringen, ist eine Wette darauf, dass sich die Leute auch in Jahren noch dafür interessieren, denn Film- und Fernsehproduktionen laufen viel langsamer als ein saisonaler Update-Zyklus.

Für Spieler ändert sich vorerst praktisch nichts. An den Spielen ändert sich nichts, und es gibt keinen Zeitplan, nach dem man sich richten könnte. Trotzdem lohnt es sich zu beobachten, ob der Free-to-Play-Vorstoß von ARC Raiders die Spielerschaft so weit wachsen lässt, dass eine Bildschirmfassung eher wie eine sichere Sache wirkt als wie ein Glücksspiel.

Das nächste echte Signal wird das erste konkrete Detail sein: ein Format, eine Plattform oder eine kreative Leitung. Bis dahin ist das eine Absicht und keine Produktion, und so sollte man es auch behandeln.