VCT China 2027: Acht Partnerteams, zwei Neulinge

VCT China 2027: Acht Partnerteams, zwei Neulinge

Die VCT China wird kleiner. Laut Sheep Esports will Riot Games die Zahl der Partnerteams in der Region für die Saisons 2027 und 2028 von 10 auf acht senken, und das Portal hat auch gleich eine Liste, wer es angeblich geschafft hat.

Die Namen? EDward Gaming, JD Gaming, Bilibili Gaming, TYLOO, All Gamers, Trace Esports, Xi Lai Gaming und Weibo Gaming. So sieht das Aufgebot aus, das Sheep Esports unter Berufung auf seine Quellen nennt. Riot selbst hat davon nichts bestätigt und auch noch keine vollständigen Details dazu veröffentlicht, wie die chinesische Liga aufgebaut sein wird. Das Ganze ist also ein belastbarer Bericht, aber keine offizielle Ankündigung.

Wer dabei ist

Zwei Namen fallen auf. Xi Lai Gaming, besser bekannt als XLG, soll vom Gastplatz in den Kreis der Partner aufsteigen. Das ist der Lohn für den Sieg bei Ascension 2024, und das Team hat seitdem nachgelegt. Sheep Esports weist darauf hin, dass XLG seit den Masters Toronto 2025 bei jedem internationalen LAN-Turnier dabei war. Für ein Team, das als Gast angefangen hat, ist das eine beachtliche Bilanz.

Dann ist da noch Weibo Gaming. Dessen Weg zurück verlief deutlich holpriger. Weibo ging 2023 bei der Partnerschaft leer aus, kehrte VALORANT den Rücken und meldete sich erst Anfang 2026 in der Szene zurück. Jetzt soll das Team direkt in die Partnergruppe einziehen.

Dass EDward Gaming dabei ist, überrascht dagegen kaum. EDG gewann Champions 2024 - laut Sheep Esports Chinas einziger internationaler Titel, seit das aktuelle Turniersystem an den Start gegangen ist.

Wer draußen ist

Vier aktuelle Partner sind im nächsten Zyklus angeblich nicht mehr dabei: FunPlus Phoenix, Nova Esports, Titan Esports Club und Wolves Esports. Auch Dragon Ranger Gaming, das genau wie XLG einen Gastplatz hatte, soll leer ausgehen.

Bei Wolves tut es weh. Das Team sorgte mit einem überraschenden Lauf bei den Masters Toronto 2025 für Aufsehen und steht nun trotzdem draußen. Ein starker internationaler Auftritt allein hat offenbar nicht gereicht.

Noch nicht das Ende

Und jetzt der wichtige Teil: Wer den Partnerstatus verliert, ist nicht zwingend von den großen Bühnen ausgeschlossen. Der erste VCT-Partnerzyklus begann 2023 und endet mit dem Abschluss der Saison 2026. Riot verkleinert zwar jede Region auf acht Partner, öffnet das Wettkampfjahr 2027 aber gleichzeitig stärker. Laut dem ursprünglichen Bericht können sich auch Teams außerhalb der Partnergruppe für Cups und Masters qualifizieren, wenn sie erfolgreiche Projekte auf die Beine stellen.

Wie genau das in China funktionieren soll, ist noch unklar. Sheep Esports berichtet, dass sich das chinesische Format von den Modellen der anderen drei Regionen unterscheiden könnte - die Qualifikationsregeln sind also vorerst offen. Solange Riot sie nicht klar benennt, kann niemand sagen, wie realistisch ein Comeback für FPX, Wolves oder die anderen Ausgeschiedenen ist.

Unsere Einschätzung

Der Bericht deutet darauf hin, dass Riot aktuelle Form genauso belohnt wie große Namen. Dass sich XLG über Ascension und konstante internationale Auftritte seinen Platz erarbeitet hat, ist genau die Art Geschichte, die das Partnermodell hervorbringen sollte. Dass Wolves trotz Toronto rausfliegt, lässt sich ohne mehr Hintergrund schwerer erklären, und genau da liegt das Problem - Riot hat bislang keinen geliefert.

Die größere Veränderung ist eine grundsätzliche. Ein kleinerer Partnerkreis in Verbindung mit offenen Wegen zu Cups und Masters spricht für eine VCT, die weniger auf feste Plätze und mehr auf Ergebnisse setzt. Wenn das aufgeht, verschwimmt die Grenze zwischen Tier 1 und Tier 2, und das tut einer Szene gut, die sich oft abgeschottet angefühlt hat. Sollten die chinesischen Regeln aber strenger ausfallen als anderswo, könnte das Versprechen von Offenheit für die Teams, die gerade ihren Platz verloren haben, hohl klingen.

Da die Champions-Playoffs in Shanghai in diesem Jahr den internationalen Fokus auf China richten, lohnt sich ein Blick darauf, wie schnell Riot das Aufgebot und das Format bestätigt. Wie Ergebnisse wie G2s glatter Sieg gegen 100 Thieves zeigen, steht die weltweite Konkurrenz nicht still - und Chinas neue Acht müssen beweisen, dass sie dorthin gehören.