Invictus Gaming schlägt JDG 3:1: Letztes LPL-Worlds-Ticket
Invictus Gaming fährt zu den Worlds.
Der Weg dorthin war lang, doch am Samstag, dem 19. September, sicherte sich IG das vierte und letzte Ticket der League of Legends Pro League für die Worlds 2026. Die LPL ist Chinas höchste Spielklasse in League of Legends. IG bezwang JD Gaming im Finale der unteren Turnierhälfte der LPL 2026 Regional Finals mit 3:1. Damit steht IG bei der League of Legends World Championship neben Anyone's Legend, Bilibili Gaming und Top Esports im Teilnehmerfeld.
Für JDG ist es ein schmerzlich vertrautes Ende. Mit der Niederlage ist auch der letzte Weg zur Qualifikation über die Regional Finals versperrt, und das Team landet zum dritten Mal in Folge auf Platz drei des Turniers. Drei Jahre, dieselbe Hürde, dasselbe Ergebnis. Das muss wehtun.
So lief die Serie
IG legte los wie die Feuerwehr. Das erste Spiel dauerte 33 Minuten, und IG beendete es mit 11:3 Kills. Den Ton gab JiaQi auf Tristana mit sechs Kills und zwei Assists an. Rookie steuerte auf Syndra vier Kills und fünf Assists bei und starb nur ein einziges Mal.
Im zweiten Spiel baute IG die Führung auf 2:0 aus. Ergänzende Berichte sahen Weis frühe Kontrolle über die Karte auf Qiyana als Grundlage. Von dort aus erspielte sich IG einen deutlichen Vorsprung, bevor das Team die Drachenseele und Baron holte, zwei der mächtigsten Ziele im späten Spielverlauf. Ein Spielbericht hob zudem ein IG-Trio hervor, das in einem der Siege der Serie starke Zahlen auflegte. JiaQi kam auf Ezreal auf neun Kills und fünf Assists, Wei auf Qiyana auf fünf Kills und 10 Assists und Rookie auf Aurora auf fünf Kills und 11 Assists.
Geschlagen gab sich JDG aber noch nicht. Das Team holte sich das dritte Spiel nach 34 Minuten und verkürzte auf 2:1, angeführt von einem überragenden Junjia. Er kam auf Trundle auf 11 Kills und 11 Assists bei nur einem Tod, eine Leistung, die nach einer möglichen Aufholjagd roch.
Daraus wurde nichts. IG machte die Serie im vierten Spiel zu, und der letzte Worlds-Platz gehörte ihnen.
Ein holpriger Weg ins Ziel
Ein glatter Durchmarsch war das für IG nicht. Vor dem Finale der unteren Turnierhälfte traf das Team im Finale der oberen Turnierhälfte auf Top Esports. TES gewann diese Serie in vier Spielen und schickte IG in die untere Turnierhälfte, wo eine weitere Niederlage das Saisonende bedeutet hätte.
JDG wiederum verdiente sich seine Chance mit einem Sieg über Team WE im Halbfinale der unteren Turnierhälfte. Im entscheidenden Duell traf also ein Team, das gerade einen Dämpfer kassiert hatte, auf eines mit Rückenwind. IG gab darauf eine ziemlich deutliche Antwort.
Wer wo landet
IG geht als vierter Seed der LPL zu den Worlds. Laut dem Bericht von Inven Global über die Vertreter der Region sieht die Setzliste so aus:
- 1. Seed: Anyone's Legend
- 2. Seed: Bilibili Gaming
- 3. Seed: Top Esports
- 4. Seed: Invictus Gaming
Immerhin muss JDG nicht zu Hause bleiben. Das Team spielt stattdessen beim 2026 Demacia Cup Global Invitational, gemeinsam mit Team WE, das die Regional Finals auf Platz vier beendete.
Alle vier LPL-Teams starten ihre Worlds-Kampagne in der Swiss Stage. Das ist die Eröffnungsrunde des Turniers, in der die Teams nicht in festen Gruppen spielen, sondern jeweils auf Gegner mit gleicher Bilanz treffen. Sie läuft vom 23. bis 31. Oktober in Allen, Texas.
Für IG bedeutet die Qualifikation auch die Rückkehr zweier bekannter Namen auf die große Bühne. Rookie und TheShy werden mit dem Team wieder bei den Worlds antreten.
Unsere Einschätzung
Auf dem Papier ist ein vierter Seed der unspektakulärste Weg zu den Worlds. Die Art und Weise, wie sich IG qualifiziert hat, verdient aber Beachtung. Dieses Team verlor eine Serie gegen TES, rutschte in die Zone, in der jede Niederlage das Aus bedeutet, und gewann dann ein Best-of-Five gegen ein JDG, das gerade erst Team WE ausgeschaltet hatte. Das spricht für einen Kader, der mit Druck umgehen kann, und genau das prüft das Swiss-Format. Dort zählt jedes Match.
Auch für JDG ist das ein vielsagender Moment. Drei dritte Plätze in Folge bei den Regional Finals zeigen ein Team, das immer wieder nah dran ist, ohne den Durchbruch zu schaffen. Es lohnt sich zu beobachten, ob dieses Muster nach dem Ende des Demacia Cups zu Veränderungen führt.
Mit etwas Abstand betrachtet scheint sich das kompetitive League of Legends gerade neu zu sortieren. Auch andere Regionen überdenken ihre Terminkalender, etwa mit der Rückkehr der LEC zu einem Winter-Split mit 10 Teams. Vorerst ist die entscheidende Frage aber einfacher. Kann der letzte Qualifikant der LPL in Texas für echtes Aufsehen sorgen? Rookie und TheShy wieder auf dieser Bühne zu sehen, sollte Grund genug zum Einschalten sein.
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