Apex Legends: Street-Fighter-6-Crossover mit Fighter Form

Apex Legends: Street-Fighter-6-Crossover mit Fighter Form

Apex Legends hat sich noch nie gescheut, bei anderen Welten zu borgen. Der neueste Gast ist für einen Shooter allerdings ein ungewöhnlicher: ein Prügelspiel.

Das Street Fighter 6 Crossover-Event startet heute. Es bringt die Kampfstile bekannter Street-Fighter-Figuren in Respawns kostenloses Battle Royale. Der ursprüngliche Bericht nennt Chun-Li, Ryu, Akuma und Dhalsim unter den Hauptfiguren. Diese Auswahl setzt auf Wiedererkennung und greift direkt auf die bekanntesten Gesichter der Reihe zurück.

Die Idee ist simpel. Man nehme ein Spiel, das auf Schusswechseln und Deckung aufbaut, und lasse die Spieler stattdessen die Fäuste sprechen.

Olympus im Street-Fighter-Gewand

Hauptschauplatz des Events ist eine umgestaltete Version von Olympus, einer der bestehenden Battle-Royale-Karten des Shooters. Sie wurde so überarbeitet, dass sie Aussehen und Stimmung von Street Fighter trägt. Am auffälligsten ist die Dekoration, darunter Blanka-chan-Ballons, die über die ganze Karte verteilt sind. Blanka-chan ist die niedliche Maskottchen-Variante von Street Fighters grünem, elektrisch geladenem Raufbold, und genau die Art Insider-Gag, die langjährige Fans von Capcoms Reihe sofort erkennen werden.

Eine thematisch gestaltete Karte gehört bei einem Crossover zum Standard. Eine umgebaute bestehende Karte ist aber auch ganz praktisch gedacht. Die Spieler kennen den Aufbau bereits, also kommt das Neue durch die Aufmachung und die Spielmechanik ins Spiel und nicht dadurch, dass man einen neuen Ort zum Sterben kennenlernen muss.

Fighter Form: Apex wechselt in die Third-Person-Ansicht

Der eigentliche Clou steckt im Gameplay. Während des Events können Spieler Fight-Gauge-Token sammeln. Wer sie einsetzt, schaltet die „Fighter Form“ frei.

Die Fighter Form versetzt euch in einen Kampfmodus aus der Third-Person-Perspektive, eine klare Abkehr von der Ego-Perspektive, auf der Apex aufgebaut ist. Dazu kommen eigene Taktik- und Ultimate-Fähigkeiten. Für alle, die Apex nicht kennen: Das sind die beiden Fähigkeitsplätze, die das Repertoire jeder Legende bestimmen. Die Taktik-Fähigkeit ist das Werkzeug mit kürzerer Abklingzeit, die Ultimate der große Zug, der ein Match kippen kann. Dass die Fighter Form eigene Versionen von beiden bekommt, deutet darauf hin, dass sie als eigenständiger Modus gedacht ist und nicht als bloßer kosmetischer Tausch.

Der Name „Fight Gauge“ ist eine Anspielung auf die Leisten, die sich während eines Street-Fighter-Kampfes füllen. In Prügelspielen treiben diese Leisten die stärksten Angriffe an. Hier lässt sich die Idee sauber übertragen: Leiste füllen, dann verwandeln.

Aus der Ankündigung geht noch nicht hervor, wie die Fighter Form gegen Spieler ausbalanciert wird, die bei ihren Waffen bleiben. Das dürfte das Erste sein, was kompetitive Spieler austesten.

Skins, Emotes und Zenny

Natürlich ist kein Crossover komplett ohne Shop. Besondere kosmetische Gegenstände werden in diesem Event mit Zenny freigeschaltet. Street-Fighter-Fans werden den Namen kennen, denn das ist die Währung in Capcoms Prügelspiel-Welt.

Das Angebot ist beachtlich. Das Event umfasst acht neue Street-Fighter-Skins und acht legendäre Waffen-Skins im Stil von Street Fighter 6. Emotes, Holosprays und weitere Extras runden die Sammlung ab. Holosprays sind die projizierten Sprays in Apex, kleine holografische Markierungen, mit denen Spieler angeben oder den Gegner verspotten.

Das sind eine Menge Gegenstände. Für Sammler dürfte das der Hauptanreiz sein. Für alle anderen stellt sich die Frage, wie viel Grinden oder Geld nötig ist, um an die Stücke zu kommen, die sie wirklich haben wollen.

Das große Ganze

Dieses Crossover passt zu einem Muster, auf das Apex Legends schon länger setzt. Zu den jüngsten Events gehörte eine frühere Cyberpunk-Kooperation samt Cyberpsychose-Mechanik, und es ist klar, dass lizenzierte Events fester Bestandteil des Spielkalenders geworden sind. Die Partnerschaft mit Street Fighter scheint diesen Ansatz weiter zu treiben als eine reine Skin-Veröffentlichung. Die Fighter Form verändert die Kamera, die Fähigkeiten und womöglich auch den Ablauf der Kämpfe.

Für die Spieler ist das von Bedeutung. Ein zeitlich begrenzter Modus, der die Regeln umschreibt, ist spannender als ein weiteres Kosmetik-Paket, und er deutet darauf hin, dass Respawn bereit ist, mit seiner Kernformel zu experimentieren, wenn eine Lizenz dafür den nötigen Rückhalt liefert.

Es zeigt auch, wie sich Free-to-play-Shooter im Gespräch halten. Live-Events und Markeninhalte sind der Treibstoff. Nicht jedes Spiel kann dieses Modell dauerhaft tragen. Quake Champions etwa hat erst kürzlich sein Free-to-play-Modell aufgegeben und setzt stattdessen auf einen Kaufpreis.

Es lohnt sich zu beobachten, ob die Fighter Form als spaßige Abwechslung ankommt oder zum Balance-Problem wird. Ebenso lohnt der Blick darauf, wie die Spieler auf die Preise der sechzehn Skins reagieren. Erweist sich der Modus als beliebt, könnte das zeigen, wie weit Apex bereit ist, seine Identität bei künftigen Crossovers zu verbiegen.