Enlisted: Off-road Patrol bringt bewaffnete Geländewagen
Manchmal kommt man am besten über ein Schlachtfeld, wenn man aufhört zu laufen.
Genau darum geht es bei "Off-road Patrol", dem neuesten Update für Enlisted. Der kostenlose Weltkriegs-Shooter gibt Spielern jetzt kleine, schnelle Geländewagen an die Hand, mit denen ein Trupp in Windeseile von einem Ziel zum nächsten kommt. Bewaffnet sind sie auch, wer also zwischen euch und dem Eroberungspunkt steht, sollte besser Platz machen.
Das Konzept ist simpel, und genau das macht einen Teil des Reizes aus. In Enlisted ging es schon immer um Größe: Trupps, Panzer und Flugzeuge kämpfen auf weitläufigen Karten. Zu Fuß kommt man auf diesen Karten oft nur langsam voran. Ein leichtes Fahrzeug mit aufmontiertem Maschinengewehr verändert das Tempo auf eine Weise, die man sofort versteht, sobald man eines sieht.
Vier Nationen, vier Fahrzeuge
Das Update bringt neue erforschbare Trupps, und jeder davon hat ein leichtes Fahrzeug einer bestimmten Fraktion im Gepäck. Die Aufstellung sieht so aus:
- Sowjetunion: GAZ-64 DS-39
- Deutschland: Kübelwagen 82
- Japan: Type 95 Kurogane
- USA: Willys M1919A4
Die Inhalte auf alle vier Nationen zu verteilen, ist ein vernünftiger Schritt. Keine Fraktion muss zu Fuß gehen, während die anderen herumfahren, und jede Seite bekommt etwas Neues zum Freischalten.
Die größere Neuerung betrifft das Zusammenspiel der Fahrzeuge mit den Zielen. Spieler können Kontrollpunkte einnehmen, ohne überhaupt auszusteigen. Das ist ein spürbarer Unterschied. Ein Trupp, der auf einen Punkt rollt, ihn einnimmt und direkt weiterfährt, erfüllt eine ganz andere Rolle als Infanterie, die absitzen, das Gebiet säubern und sich eingraben muss.
Die Feuerkraft beschränkt sich auch nicht auf die aufmontierten Maschinengewehre. Die Fahrzeuge haben zudem Granatkisten an Bord, die Besatzung kann ihren Sprengstoff also unterwegs auffüllen. Ein schneller Wagen, der gleichzeitig als rollender Granatenspender dient, ist genau das Werkzeug, das einen aggressiven Trupp zu einem echten Ärgernis machen kann.
Besseres Licht auf PC und Konsole
Bei Off-road Patrol geht es aber nicht nur um neues Spielzeug. Das Update bringt auch eine Runde grafischer Verbesserungen mit.
Auf dem PC unterstützt Enlisted jetzt Path Traced Global Illumination. Vereinfacht gesagt sorgt die Funktion für genauere indirekte Beleuchtung - also dafür, wie Licht von Oberflächen abprallt und eine Szene ausfüllt, statt nur das Licht abzubilden, das direkt von einer Quelle kommt. Für ein Spiel, das so stark auf schlammige Felder, zerstörte Städte und verrauchte Innenräume setzt, kann so ein Detail viel für die Atmosphäre tun.
PC-Spieler sind dabei nicht die Einzigen, die bedacht werden. Neue Raytracing-Voreinstellungen gibt es sowohl auf dem PC als auch auf der Konsole. Damit lässt sich besser steuern, wie das Spiel Optik und Leistung auf der eigenen Hardware gewichtet.
Eine vollständige Übersicht über die Verbesserungen und die übrigen neuen Inhalte gibt es auf der offiziellen Website von Enlisted.
Unsere Einschätzung
Auf den ersten Blick ist das ein eher bescheidenes Update. Vier leichte Fahrzeuge und etwas Beleuchtungstechnik werden Enlisted nicht neu erfinden. Die Designentscheidung hinter den Fahrzeugen verdient aber Aufmerksamkeit. Dass Spieler Punkte einnehmen können, ohne ihren Sitz zu verlassen, deutet darauf hin, dass die Entwickler Ziele schneller den Besitzer wechseln lassen wollen und Beweglichkeit genauso viel zählen soll wie pure Feuerkraft. Falls das der Plan ist, könnte das Trupps belohnen, die sich absprechen, und Teams bestrafen, die ihre Flanken offen lassen.
Dazu kommt eine Balancefrage. Schnelle, bewaffnete Fahrzeuge, die Ziele einnehmen und Granaten verteilen können, sind ein starkes Paket. Es lohnt sich zu beobachten, ob Infanteriespieler das Gefühl haben, genug dagegen ausrichten zu können, oder ob die Geländewagen-Trupps bestimmte Karten dominieren. Bis sich so etwas eingependelt hat, braucht es meist ein paar Patches.
Das Update passt außerdem ins Muster. Enlisted wächst in stetigen, thematischen Häppchen: Frühere Updates wie "Far Eastern Front" brachten den sowjetisch-japanischen Konflikt am Ende des Zweiten Weltkriegs ins Spiel, "Jet Power" fügte Düsenjäger hinzu. Jedes davon macht den Sandkasten des Spiels ein Stück größer. In einem Free-to-play-Shooter-Markt, in dem Geschäftsmodelle gerade neu gedacht werden - Quake Champions verabschiedet sich vom Free-to-play-Modell zugunsten eines Kaufpreises ist ein aktuelles Beispiel -, dürfte dieser stetige Nachschub an Inhalten ein großer Grund dafür sein, dass die Spieler immer wieder zu Enlisted zurückkehren.
Die Arbeit an der Grafik zeigt derweil, dass das Spiel weiterhin zeitgemäß aussehen will. Path Tracing auf dem PC ist für einen Free-to-play-Titel eine bemerkenswerte Ergänzung. Ob es auf einer breiten Palette von Rechnern gut läuft und wie die Spieler auf die neuen Voreinstellungen reagieren, wird in den kommenden Wochen spannend zu beobachten sein.
