Pax Dei: Plot-Tokens verfallen nicht mehr, Pferde im Test

Pax Dei: Plot-Tokens verfallen nicht mehr, Pferde im Test

Pax Dei wird bald ein Jahr alt, und das Jubiläum fällt ohne Party aus. Ein Event zum Geburtstag steht nicht im Kalender, denn laut Studio fehlt schlicht die Zeit, eines auf die Beine zu stellen. Stattdessen bekommen die Spieler etwas, das wohl nützlicher ist: eine Änderung daran, wie Land im Sandbox-MMO funktioniert, und dazu einen ersten Blick auf etwas, das sich viele Fans schon länger wünschen.

Die wichtigste Neuerung ist schnell erklärt. Plot-Tokens verfallen nicht mehr.

Plot-Tokens: die alte Regel und die neue

Wer noch nicht viel Zeit in Pax Dei verbracht hat: Land spielt im Spiel eine große Rolle. Mit Plot-Tokens beansprucht und hältst du ein Grundstück, und auf diesem Grundstück baust du und lässt dich nieder. Bisher hatten diese Tokens ein Ablaufdatum. Sobald du eines bekommen hattest, blieben dir 12 Monate, um es einzusetzen. Hast du das nicht getan, war das Token weg.

Diese Regel ist jetzt Geschichte. In der Ankündigung heißt es vom Team, dass Spieler ungenutzte Plot-Tokens behalten können, "so lange ihr wollt". Die Änderung ist bereits live.

Am eigentlichen Einsatz eines Tokens ändert sich nichts. Wer eines ausgibt, um ein neues Grundstück zu beanspruchen oder ein bestehendes zu verlängern, bekommt weiterhin 30 Tage Grundstückszeit, genau wie bisher. Jedes Token ist also nicht mehr Landzeit wert als vorher. Geändert hat sich nur, wie lange ein Token in deinem Inventar liegen darf, bevor du entscheidest, was du damit machst.

Entscheidend ist: Das Update gilt nicht nur für neue Tokens. Es betrifft alle Plot-Tokens im Spiel, auch die, die Spieler bereits besitzen. Wer sich insgeheim Sorgen um einen Stapel Tokens gemacht hat, der sich der Ein-Jahres-Marke nähert, kann aufatmen.

Warum ablaufende Tokens ein Problem waren

Ein Ablauftimer auf einer Ressource wie dieser erzeugt eine ganz bestimmte Art von Druck. Er hält dich nicht vom Spielen ab, aber er nervt. Entweder setzt du das Token nach einem Zeitplan ein, den das Spiel dir vorgibt, oder du findest dich damit ab, dass du etwas verlierst, das du dir erspielt oder bezahlt hast.

Für ein Sandbox-MMO, in dem Leute kommen und gehen, Pausen einlegen und zurückkehren, wenn ein Freund sie wieder mitzieht, passt das schlecht. Wer eine Weile weg war, konnte bei der Rückkehr feststellen, dass sich ein Teil seines Landbudgets einfach in Luft aufgelöst hatte. Ohne den Timer verhält sich ein Token jetzt so, wie die meisten Spieler es vermutlich ohnehin erwartet haben: Es gehört dir, bis du es ausgibst.

Es ist eine Komfortverbesserung, und genau so stellt die Quelle sie auch dar. Niemand bekommt dadurch ein neues Gebiet oder ein neues System. Aber solche kleinen Regeln prägen, wie es sich anfühlt, Tag für Tag in einem Spiel zu leben, und das zählt viel in einem Spiel, in dem es darum geht, ein Stück der Welt zu besitzen.

Pferde sind auf dem Testserver

Die zweite Neuigkeit ist ein größeres Feature, allerdings noch nicht live. Reitpferde befinden sich derzeit auf dem Testserver von Pax Dei.

Wenn sie auf den Live-Servern ankommen, können Spieler Pferde herstellen. Genauer gesagt stellen sie Sättel her, und diese Sättel gibt es in verschiedenen Varianten. Außerdem kannst du deinem Pferd einen Namen geben und deine Reitfertigkeit trainieren. Reittiere sind also mit dem Crafting und dem Fortschrittssystem des Spiels verknüpft, statt einfach in deinem Inventar aufzutauchen.

Ein Veröffentlichungstermin für die Reittiere wird in der Ankündigung nicht genannt, nur die Bestätigung, dass sie getestet werden. Features vom Testserver können sich bis zum Start noch ändern, die Details sind also nicht in Stein gemeißelt.

Unsere Einschätzung

Das ist ein vernünftiger, spielerfreundlicher Schritt, und der Zeitpunkt sagt einiges aus. Ein Studio, das ohne die Mittel für ein Event auf sein erstes Jubiläum zugeht, setzt ganz offensichtlich Prioritäten. Lieber eine Landregel zu korrigieren, die Spieler für ihre Abwesenheit bestraft hat, als Aufwand in eine einmalige Feier zu stecken, deutet darauf hin, dass dem Team Spielerbindung und Wohlwollen wichtiger sind als Spektakel.

Das passt auch zu einem größeren Trend, den wir bei langlebigen Onlinespielen beobachten: Entwickler nehmen sich noch einmal vor, wie Besitz- und Wohnsysteme mit Spielern umgehen. LOTRO hat zum Beispiel kürzlich sein Nachbarschaftssystem angepasst, und der Sandbox-Kollege Mortal Online 2 hat einen Ausblick auf seinen ersten Era-of-Refinement-Patch gegeben. Der rote Faden ist Feinschliff statt Erweiterung - das Vorhandene wird aufpoliert, damit Spieler weniger Reibung spüren.

Für Spieler von Pax Dei bedeutet das ganz praktisch: Freiheit. Du kannst Tokens horten, eine Pause machen und zurückkommen, ohne dass eine Uhr tickt. Spannend bleibt allerdings, ob sich dadurch ändert, wie Leute mit Land umgehen. Wenn Tokens jetzt unbegrenzt behalten werden können, legen manche Spieler vielleicht lieber Vorräte an, statt sie auszugeben, und wie sich das in einem Spiel auswirkt, in dem Land eine gemeinsame, sichtbare Ressource ist, muss sich erst noch zeigen.

Die Pferde sind das andere Thema, das man im Auge behalten sollte. Hergestellte Sättel, benannte Reittiere und eine trainierbare Reitfertigkeit klingen nach einer echten Bereicherung für ein Sandbox-Spiel, aber noch befinden sie sich im Test. Die eigentliche Frage ist, wie schnell sie auf die Live-Server kommen und ob sie dort ungefähr in der Form ankommen, die Spieler jetzt sehen.