LOTRO: Harvestmath ist zurück, Nachbarsystem angepasst

LOTRO: Harvestmath ist zurück, Nachbarsystem angepasst

Es ist wieder so weit in Mittelerde.

Lord of the Rings Online hat Harvestmath zurückgebracht, sein schauriges Herbstfest, und die Anzeichen sind kaum zu übersehen. Unheimliche Hobbits kriechen aus einer mit Spinnweben verhangenen Höhle. Durch Maisfeld-Labyrinthe, die verlassen wirken, hallt Geheul. In einem MMORPG ist allerdings nie etwas wirklich verlassen. Wer LOTRO schon ein paar Oktober lang gespielt hat, kennt das Spiel: Harvestmath ist die Halloween-Saison des Titels, und sie ist pünktlich wie immer eingetroffen.

Standing Stone Games, das Studio hinter Entwicklung und Betrieb von LOTRO, hat diese Woche aber nicht nur den Schalter für das Fest umgelegt. Mit demselben Patch ging auch die Arbeit an einer der neuesten und meistdiskutierten Funktionen des Spiels weiter: dem Nachbarsystem.

Gruselig wie gewohnt

Saisonale Feste gehören fest zu Lord of the Rings Online. In diesen Momenten tritt das Spiel aus dem Schatten seiner gewichtigen Hauptgeschichte heraus und lässt die Spieler umherstreifen, erkunden und die Atmosphäre aufsaugen. Harvestmath setzt auf die unheimliche Seite der Erntezeit im Auenland, und gruselige Hobbits und Spukmaisfelder sind genau die Art von Bildern, die das Fest zu einer festen Größe gemacht haben.

Dabei lohnt es sich, klar zu trennen, was wir wissen und was nicht. Das Fest ist zurück, und mit ihm die schaurige Kulisse. Darüber hinaus nennt die Ankündigung weder neue Belohnungen noch neue Quests oder die Laufzeit des Events. Rückkehrer werden wohl vieles wiederfinden, das sie kennen. Wer aber auf eine vollständige Liste der Änderungen hofft, sollte die Kanäle von Standing Stone Games im Auge behalten.

Das Fest fällt zudem in eine ereignisreiche Phase für das Spiel. Die kommende Erweiterung Wolves of Mordor wurde kürzlich um eine Woche auf den 28. Oktober verschoben, Harvestmath gibt den Spielern also etwas zu tun, während sie warten.

Nachbarsystem wird abgeschwächt

Der spannendere Teil dieses Patches, zumindest für alle, die langfristig dabei sind, betrifft das Nachbarsystem.

Standing Stone Games hat zwei Änderungen vorgenommen. Erstens wurde die Menge an Freundschaft reduziert, die Spieler durch Story-Quests erhalten. Das ist eine Abschwächung, schlicht und einfach: Wer seine Beziehungen über den Hauptquestpfad ausbaut, kommt jetzt langsamer voran als bisher. Zweitens wurden die täglichen Missionen des Nachbarsystems in den Rahmen der wöchentlichen Missionen eingegliedert, der diese Aktivitäten in die bestehende Wochenstruktur des Spiels einbindet.

Auf dem Papier ziehen die beiden Änderungen in leicht unterschiedliche Richtungen. Die eine bremst eine Fortschrittsquelle aus. Die andere räumt auf, wie die zugehörigen Missionen präsentiert werden, was es leichter machen dürfte, sie neben allem anderen im Blick zu behalten, was Spieler jede Woche erledigen. Zusammengenommen wirkt das wie ein Studio, das lenken will, wie Spieler sich mit der Funktion beschäftigen, statt sie einfach laufen zu lassen.

Auf ungeteilten Beifall ist das System nicht gerade gestoßen. Unser eigener Blick darauf beschrieb das Nachbarsystem als charmant, aber unausgegoren, und die Anpassungen dieser Woche deuten darauf hin, dass die Entwickler ebenfalls noch Arbeit sehen. Ob Spieler, die beim Freundschaftsfortschritt auf Story-Quests gesetzt haben, die Änderung begrüßen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Gruselzeit überall

LOTRO ist in diesem Monat bei Weitem nicht das einzige Spiel, das düster und schaurig wird. Halloween-Events tauchen in der ganzen Multiplayer-Landschaft auf, von Warframes Nights of Naberus bis zu einer langen Liste weiterer Live-Spiele, die ihre eigenen saisonalen Inhalte ausrollen. Für alle, die mehrere Spiele gleichzeitig jonglieren, geht es im Oktober weniger um ein einzelnes Fest als um die Frage, wo man die Abende verbringt.

Was Harvestmath abhebt, ist sein Alter. Es gehört zu einem Spiel, das schon sehr lange läuft, und seine wiederkehrenden Feste haben etwas von einem Ritual, das neuere Titel erst noch aufbauen müssen.

Unsere Einschätzung

Dieser Patch zeigt ein Studio, das zwei Aufgaben gleichzeitig unter einen Hut bringen muss. Harvestmath ist das Wohlfühlessen: ein wiederkehrendes Event, das langjährige Spieler fürs Vorbeischauen belohnt und nichts neu erfinden muss, um zu funktionieren. Die Änderungen am Nachbarsystem sind die mühsamere Arbeit. Dass die Freundschaft aus Story-Quests abgeschwächt wurde, legt nahe, dass Standing Stone Games den Fortschritt über diesen Weg als zu schnell empfand oder fand, dass er Spieler von den eigentlichen Aktivitäten der Funktion weglockte. Die Verlagerung der Tagesmissionen in den Wochenrahmen wirkt wie ein Versuch, das System zu einem Teil der Routine zu machen statt zu einer separaten Pflichtübung.

Es lohnt sich zu beobachten, ob diese Anpassungen die Kritik an der Funktion beruhigen oder sie nur verlagern. Abschwächungen gehen in MMORPGs selten geräuschlos über die Bühne, und Spieler, die mit dem alten Tempo geplant haben, könnten sich wehren. Da Wolves of Mordor nun für den 28. Oktober angesetzt ist, lautet die größere Prüfung, ob sich das Nachbarsystem fertig anfühlt, bis die Erweiterung die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Falls nicht, könnte das Fest am Ende der weniger gespenstische Teil dieses Updates sein.