WoW-Forever-Beta sperrt 3.700 RMT-Konten, passt XP an
Vier Wochen nach dem Start lässt die Beta von World of Warcraft Forever nicht nach. Sie legt sogar noch einen Gang zu.
Die Tester können jetzt bis Stufe 30 spielen, und in der City of Dalaran wartet ein neuer Dungeon. Außerdem hat Blizzard klargestellt, dass niemand willkommen ist, der sich im Test einen Vorsprung erkaufen will. Dazu kommt eine neue Folge des offiziellen Podcasts, die sich mit Dungeons, Erfahrungspunkten und einigen langfristigen Plänen beschäftigt. Für alle, die das Projekt verfolgen, war das also eine ereignisreiche Woche.
Hier ist, was sich geändert hat und warum es sich lohnt, genauer hinzusehen.
Stufe 30 und ein Abstecher nach Dalaran
Die wichtigste Neuerung für die Tester ist die Stufenobergrenze. Mit dem neuen Limit von 30 kommen die Spieler weiter ins Spiel als in früheren Runden, und gleichzeitig öffnet der Dungeon in der City of Dalaran. Wer unsere Berichterstattung verfolgt hat, weiß: Das baut auf dem Update auf, das erstmals die Stufenobergrenze auf 30 anhob und neue Dungeons hinzufügte. In der vierten Woche werden diese Inhalte nun richtig auf Herz und Nieren geprüft.
Das ist aber nicht alles, was sich bewegt. Die Klassen werden in einem Tempo angepasst, bei dem manchem Tester vermutlich schwindelig geworden ist. Builds, die sich vor ein paar Tagen noch richtig angefühlt haben, fühlen sich jetzt womöglich ganz anders an. Das gehört bei einer Beta natürlich dazu, aber der Umfang der aktuellen Änderungen ist bemerkenswert. Zuvor wurden bereits Druiden, Hexenmeister und Priester überarbeitet, wer also eine dieser Klassen als Hauptcharakter spielt, musste schon einiges neu lernen.
Eine Konstante gibt es inmitten des ganzen Umbruchs: Die Tester haben während der gesamten Beta Zugriff auf alle 16 Legacy-Punkte. Bei so vielen Baustellen haben die Spieler damit wenigstens eine stabile Grundlage zum Experimentieren, statt sie sich mühsam erspielen zu müssen, während ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wird.
Blizzard macht beim RMT ernst
Real-Money-Trading, kurz RMT, bezeichnet den Kauf oder Verkauf von Spielwährung und Gegenständen gegen echtes Geld außerhalb der offiziellen Systeme eines Spiels. Es ist MMORPGs ein Dorn im Auge, seit es das Genre gibt, und Blizzard hatte versprochen, in der Forever-Beta schnell dagegen vorzugehen.
Und offenbar hält das Studio Wort. In einem aktuellen Podcast nannte der Entwickler konkrete Zahlen:
"Wir haben tatsächlich über 2.100 Accounts von Goldkäufern geschlossen, und wir haben in der Beta fast 1.600 Accounts von Goldverkäufern oder Bots geschlossen."
Zusammengerechnet sind das rund 3.700 gesperrte Konten. Und das in einem Test, nicht nach einem offiziellen Start.
Auch die Aufteilung ist aufschlussreich. Blizzard nimmt nicht nur die Goldverkäufer und Bots ins Visier, die den Markt beliefern. Mehr als die Hälfte der Sperren traf die Käufer. Die Botschaft ist deutlich: Wer für Gold bezahlt, ist Teil des Problems, und sein Account steht ebenfalls auf dem Spiel.
Podcast-Folge 3: Dungeons, XP und Attunements
Die dritte Folge des offiziellen Podcasts ist erschienen, und im Mittelpunkt stehen die Dungeons. Ein großer Teil des Gesprächs drehte sich um einen laufenden Balanceakt - wie viel Erfahrung Spieler für das Besiegen von Gegnern im Vergleich zum Abschließen von Quests bekommen sollen.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht. Dieses Verhältnis bestimmt, wie die Leute leveln. Liegt der Schwerpunkt zu sehr auf getöteten Gegnern, wird das Dungeon-Grinden zum naheliegenden Weg, und Quests wirken optional. Liegt er zu sehr auf Quests, fühlen sich Dungeon-Runs eher wie ein Umweg an als wie eine Belohnung. Blizzard spricht von einer fortlaufenden Arbeit, die Tester sollten also damit rechnen, dass sich die Zahlen weiter verändern.
Im Podcast wurde außerdem versprochen, dass die Volksfähigkeiten noch einmal unter die Lupe genommen werden. Details gab es keine, es ist also unklar, welche Völker oder Fähigkeiten betroffen sein werden, aber das Thema steht auf der Liste.
Und dann ist da noch die Andeutung. Das Team ließ durchblicken, dass künftig weitere Quests im Stil von Attunements kommen könnten. Für alle, denen der Begriff nichts sagt: Attunements sind Questreihen, die Spieler abschließen, um Zugang zu bestimmten Inhalten zu erhalten. Sie sind eine umstrittene Tradition - manche Spieler lieben das Gefühl, sich den Zutritt verdient zu haben, andere sehen darin nur eine Hürde -, daher dürfte schon ein vager Hinweis für Diskussionen sorgen.
Das große Ganze
Diese Woche deutet darauf hin, dass Blizzard die Forever-Beta als mehr als eine schnelle Vorschau versteht. Die Klassenanpassungen, die XP-Debatte und der Fokus auf Dungeons zeigen ein Team, das das Spiel noch aktiv formt, statt nur ein fertiges Produkt zu polieren. Für unsere Leser heißt das: Alles, was ihr gerade in der Beta seht, ist als vorläufig zu betrachten. Vor allem die Klassenbalance scheint noch lange nicht festzustehen.
Die RMT-Zahlen sind wohl das aussagekräftigste Detail. Dass schon während eines Tests Tausende Accounts geschlossen werden, zeigt, dass Blizzard früh klare Verhältnisse schaffen will, bevor sich eine Kultur des Goldkaufs festsetzen kann. Neben den Verkäufern auch die Käufer ins Visier zu nehmen, ist eine bewusste Entscheidung, und es lohnt sich zu beobachten, ob dieser Ansatz auch beibehalten wird, wenn das Spiel live ist und viel mehr auf dem Spiel steht.
Das passt auch zu einem größeren Muster in den jüngsten Updates der Beta, von den Klassenüberarbeitungen bis zu PvP-Änderungen wie dem Darkspear-Schlachtfeld und der Überarbeitung des Rangsystems. Blizzard scheint sich ein System nach dem anderen vorzunehmen.
Worauf sollte man als Nächstes achten? Ob sich die XP-Balance zwischen Gegnern und Quests an einem Punkt einpendelt, mit dem die Spieler zufrieden sind, was die Überprüfung der Volksfähigkeiten tatsächlich ändert und ob aus den Andeutungen zu Attunements konkrete Pläne werden. Jeder dieser Punkte könnte prägen, wie sich World of Warcraft Forever spielt. Entschieden ist davon noch nichts.
