Allods Online öffnet die Inselzone Oasis of Yolicztl

Allods Online öffnet die Inselzone Oasis of Yolicztl

Läuft Allods Online eigentlich noch?

Diese Frage stellte ein Leser Anfang der Woche bei einer Daily-Grind-Diskussion auf Massively Overpowered, einer regelmäßigen Community-Kolumne, in der Leser sich zu einer vorgegebenen Frage austauschen. Diesmal ging es darum, drei MMOs auszuwählen. Die Antwort ist ein schlichtes Ja. Allods Online lebt, und zwar ziemlich munter. Die Frage gab dem Magazin außerdem den Anstoß, mal wieder bei einem Spiel vorbeizuschauen, das es länger nicht auf dem Schirm hatte, und das Timing erwies sich als günstig. Das jüngste Update hat nämlich ein brandneues Gebiet zum Erkunden hinzugefügt.

Willkommen in der Oasis of Yolicztl

Die neue Zone heißt Oasis of Yolicztl, und es handelt sich um eine Insel. Die offizielle Beschreibung spricht von einem Ort aus "Sand und Dschungel, uralten Ruinen und Ambrosia-Kristallen". Sie verbindet Schönheit und Gefahr, was im Grunde die Stellenbeschreibung jeder neuen MMO-Zone ist. Eine wunderschöne neue Karte gibt es eben nicht, ohne dass einen dort irgendetwas fressen will.

Der Weg über die Insel folgt einem klaren Muster. Die Spieler durchqueren glühend heißen Sand, ziehen durch Dschungel-Oasen und kämpfen sich zu einem Tempel vor, der vor Macht nur so strotzen soll. Der Aufbau ist bekannt: erst offenes, feindseliges Gelände, dann am Ende ein gefährlicheres Ziel. Das Rad wird hier nicht neu erfunden, klar. Aber der Aufbau funktioniert, wenn das Setting überzeugt.

Was im Sand lauert

Die Gegner auf Yolicztl sind bunt gemischt. Im offenen Gelände müssen sich die Spieler vor einem Hyänenreiter und einem Sandwurm in Acht nehmen. Die schwereren Kämpfe warten im Tempel der Hanging Gardens, der den härteren Abschluss der Herausforderungen in der Zone bildet.

Ein Sandwurm in einer Wüstenzone ist so naheliegend, wie es nur geht. Der Hyänenreiter und die Tempelkämpfe deuten trotzdem darauf hin, dass das Update mehr bieten will als einen einzelnen Vorzeige-Boss. Es gibt hier eine Art Schwierigkeitsleiter, von den Dünen bis hinauf zum Tempel.

Abmachungen, Hinweise und ein sehr seltsames Andenken

Spannender sind die Neuerungen, bei denen es nicht nur ums Kämpfen geht.

In einem verlassenen Lager können Spieler eine Abmachung treffen. Der Haken? Sie macht einen Helden stärker und andere zugleich schwächer. Das ist ein hübsches Stück Risiko und Belohnung und verschafft der Zone einen kleinen Entscheidungsmoment statt nur einer weiteren Questmarkierung, der man hinterherläuft.

Dazu kommt ein Ermittlungsstrang. In Zelten, die über die Insel verstreut sind, liegen Notizen, die Spieler aufspüren und zu Hinweisen zusammensetzen können. Genau diese Art von leichtem Erkundungsinhalt belohnt alle, die lieber herumstöbern, statt von Ziel zu Ziel zu hetzen.

Und dann wäre da noch der Ambrosia Crystallizer. Mit diesem besonderen Gegenstand können sich Charaktere in eine Statue verwandeln, gedacht als Andenken an die Reise. Das ist reiner Spaß, aber solche kosmetischen Kuriositäten bleiben Spielern oft noch lange im Gedächtnis, wenn die Bosskämpfe längst ineinander verschwimmen.

Alles in allem setzt das Paket voll auf die Erkundung einer tropischen Insel. Wer noch nicht reingeschaut hat, findet einiges zu sehen.

Unsere Einschätzung

Das aufschlussreichste Detail ist hier nicht der Sandwurm. Es ist die Tatsache, dass überhaupt jemand fragen musste, ob es Allods Online noch gibt. Das sagt viel darüber aus, wie still ältere MMOs weiterlaufen können, sobald das Rampenlicht weitergezogen ist. Allods steht damit kaum allein da. Langlebige Spiele wie NosTale, das seinen 19. Geburtstag feiert, oder Tree of Savior mit einer neuen Klasse zeigen, dass altgediente Titel weiterhin echte Inhalte liefern, auch wenn das außerhalb ihrer Communitys kaum jemand bemerkt.

Für Spieler, die über eine Rückkehr nachdenken, deutet das darauf hin, dass Allods weiterhin in neue Zonen investiert, statt nur vor sich hin zu laufen. Es lohnt sich, im Auge zu behalten, ob Yolicztl ein Einzelfall bleibt oder den Auftakt zu einem stetigeren Strom an Updates bildet. Das wäre ein besseres Zeichen für die langfristige Gesundheit des Spiels. Da New World auf die Abschaltung zusteuert, erinnert der Kontrast daran, dass das Alter allein nicht über das Schicksal eines MMOs entscheidet.