Silver Palace: Anmeldung für Private-Investigator-Tests
Silver Palace geht wieder in die Testphase, allerdings anders, als man vielleicht denkt.
Elementa Games sucht Teilnehmer für eine neue Runde von Spielsitzungen seines kommenden Free-to-Play-Action-Rollenspiels. Diesmal nennt das Studio das Ganze "Private Investigator"-Programm. Der Name passt zu einem Spiel, das als Abenteuer im viktorianischen Noir-Stil beworben wird. Er führt aber auch ein wenig in die Irre, falls du dir ein einzelnes, überschaubares Testwochenende vorstellst. Private Investigator ist nämlich gar kein einzelner Test. Es handelt sich um eine Reihe von, wie der Entwickler es formuliert, "kleinen, vertraulichen Testprogrammen".
Dieser Unterschied ist wichtig, und es lohnt sich, genauer hinzuschauen.
Ein Test der anderen Art
Silver Palace hat bereits mehrere Testphasen hinter sich. Es gab einen technischen Test, die Vorregistrierung läuft schon, und für einen früheren Test namens "Dichotomy" wurden Einladungen verschickt. Auf den ersten Blick überrascht ein weiterer Aufruf an Tester also nicht. Ein Spiel, das schon so lange hinter verschlossenen Türen gespielt wird, ist ganz offensichtlich noch in Arbeit.
Was Private Investigator unterscheidet, ist der Zweck. Diese Sitzungen sollen Inhalte prüfen, die sich noch in der Entwicklung befinden. Das ist ein anderes Ziel als bei einem breit angelegten technischen Test, der meist zeigen soll, ob die Server zusammenbrechen, wenn sich viele Leute gleichzeitig einloggen. Hier möchte Elementa, dass sich Spieler Systeme und Inhalte ansehen, an denen noch gebaut wird.
Für alle, die über eine Anmeldung nachdenken, hat das zwei praktische Folgen.
Erstens will das Studio wirklich Rückmeldungen. Das ist keine polierte Vorschau, die Vorfreude wecken soll. Es ähnelt eher einer Arbeitssitzung, bei der das, was Spieler zu den Inhalten sagen, in deren weitere Entwicklung einfließen könnte.
Zweitens wird der Fortschritt nicht übernommen. Zwischen den einzelnen Tests wird alles zurückgesetzt, was du in einer Sitzung aufgebaut hast, ist also vor Beginn der nächsten wieder weg. Wenn du es hasst, eine Figur zu verlieren, in die du Stunden gesteckt hast, solltest du das wissen, bevor du dich bewirbst.
Weiterhin unter Verschluss
Das Programm wird außerdem vertraulich ablaufen. Das ist keine große Neuerung, denn die früheren Tests von Silver Palace liefen genauso. Es bedeutet aber, dass du keine Flut an Videos oder ausführlichen Eindrücken von Teilnehmern erwarten solltest, sobald die Sitzungen beginnen. Was die Tester zu sehen bekommen, bleibt vorerst sehr wahrscheinlich zwischen ihnen und Elementa.
So meldest du dich an
Interessierte Spieler müssen eine Umfrage ausfüllen, die auf der Website von Elementa Games bereitsteht. Und ja, das gilt für alle. Selbst wenn du für einen der früheren Silver-Palace-Tests schon eine Umfrage ausgefüllt hast, musst du sie für Private Investigator erneut durchlaufen. Deine bisherige Bewerbung wird nicht übernommen.
Das ist eine kleine Hürde, die man aber leicht übersieht, wenn man davon ausgeht, ohnehin schon im System zu sein.
Unsere Einschätzung
Kurz gesagt: Mit Private Investigator scheint das Studio einen Gang zu wechseln. Bei den bisherigen Tests von Silver Palace ging es offenbar um Stabilität und einen breiten Gesamteindruck. Kleine, vertrauliche Sitzungen rund um Inhalte, die noch in Entwicklung sind, deuten darauf hin, dass Elementa nun mehr an gezielten Rückmeldungen einer ausgewählten Gruppe interessiert ist als an reinen Spielerzahlen. Weniger Tester, gezieltere Fragen.
Ungewöhnlich ist dieser Ansatz nicht. Viele Multiplayer-Projekte setzen eher auf fortlaufende, begrenzte Spieltests als auf eine große Beta. Aktuelle Beispiele sind Time Takers, das in den Steam-Spieltest zurückkehrt, und Fractured: Conquest, das den nächsten Spieltest vorbereitet. Auch Zurücksetzungen gehören dazu. Wer andere Spiele in der Entwicklung verfolgt, etwa Fellowship mit seinem kompletten Fortschritts-Reset, kennt den Kompromiss: früher Zugang zu Inhalten, dafür bleibt nichts davon erhalten.
Für Leser ist die Sache ziemlich klar. Wenn du Silver Palace mitgestalten willst und es dir nichts ausmacht, immer wieder von vorne anzufangen, scheint dieses Programm wie für dich gemacht. Wenn du lieber auf etwas wartest, das näher an einem fertigen Spiel ist, verpasst du wenig, wenn du diesmal aussetzt.
Spannend wird, was danach kommt. Eine Reihe kleiner Tests mit Fokus auf unfertige Inhalte könnte auf ein Spiel hindeuten, das noch ein gutes Stück Entwicklung vor sich hat. Genauso gut könnte es die letzte Feinschliff-Phase vor etwas Größerem sein. Elementa hat sich dazu nicht geäußert, also lohnt es sich zu beobachten, ob auf die Private-Investigator-Sitzungen irgendwann ein breiterer, weniger geheimer Test folgt.
