RuneScape testet Plugins, OSRS erklärt seinen Raid

RuneScape testet Plugins, OSRS erklärt seinen Raid

RuneScape-Spieler haben die meiste Zeit der Woche über eine Sache gestritten. Jagex wäre es wohl lieber, sie würden eine andere bemerken.

Die Kontroverse um die Reignited-Charaktere beherrscht bei den Veteranen des Spiels noch immer die Gespräche, und das ist nachvollziehbar. Das Update dieser Woche hat aber ganz nebenbei etwas mitgebracht, das langfristig wichtiger sein könnte: einen Betatest für direkte Plugin-Unterstützung. Wer das Aussehen oder Verhalten des Spiels anpassen wollte, musste sich jahrelang auf externe Programme verlassen. Die bringen die üblichen Sorgen mit sich. Ist mein Konto sicher? Mache ich mir gleich etwas im Installationsordner kaputt? Eine offizielle Unterstützung soll diese Sorgen aus der Welt schaffen.

Bei Old School RuneScape dreht sich unterdessen alles ums Raiden. Mehr dazu weiter unten.

Plugins, aber nach den Regeln von Jagex

Die Plugin-Beta ist vorerst recht überschaubar. Sie läuft auf eigenen Beta-Welten und nur auf dem PC. Dort können Spieler fünf Plugins aus der Community ausprobieren, die alle direkt im Spielclient laufen statt über ein Drittprogramm.

Fünf sind keine große Zahl, und Jagex tut auch nicht so, als wäre es anders. Laut dem Studio sollen weitere Plugins folgen. Außerdem will es den Plugin-Entwicklern zusätzliche Werkzeuge an die Hand geben, damit sie ihre Arbeit aktualisieren und verbessern können. Dieses zweite Versprechen ist wohl das wichtigere. Ein Plugin-System steht und fällt damit, ob die Entwickler überhaupt Lust haben, damit zu arbeiten.

Was fehlt, ist ein Zeitplan. Jagex hat nicht verraten, wie lange die Beta dauern soll oder wann Plugins auf den regulären Spielwelten ankommen könnten. Der Test läuft aber, und wer neugierig ist, kann ihn sofort ausprobieren.

Der Rest des RuneScape-Patches

Abgesehen vom Plugin-Test steckt in diesem Patch nicht viel neuer Inhalt. Der Großteil der Arbeit fließt in Fehlerbehebungen und Feinschliff für Havehythe Part II, dazu kommt eine Handvoll kleiner Korrekturen, etwa bei Umhang-Symbolen, die nicht richtig angezeigt wurden.

Im Grunde ist es Wartung. Nicht aufregend, aber es ist einiges zusammengekommen, und wer in Havehythe immer wieder auf Ecken und Kanten gestoßen ist, dürfte den Unterschied merken.

Old School RuneScape öffnet das Fractured Archive

Spieler von Old School RuneScape bekommen etwas Handfesteres zu sehen. Der neue Raid des Spiels, das Fractured Archive, erscheint am 20. Oktober, und Jagex hat jetzt eine sehr ausführliche Übersicht veröffentlicht, wie er funktioniert.

Die Übersicht deckt so ziemlich alles ab, was ein Raider wissen will, bevor er loslegt:

  • Wie man den Raid überhaupt erreicht
  • Wie die Warte-Lobby funktioniert
  • Wie der Raid skaliert
  • Wie der Aufbau aussieht
  • Und natürlich die Beute

Das ist ein ungewöhnlich gründlicher Einblick vor dem Start. Wer seine Ausrüstung und Gruppenaufstellung gern im Voraus plant, hat reichlich Material. Wer lieber nur zuschaut, kann bei einer Watch-Party mitmachen, die Jagex zum Start des Raids veranstaltet.

Ein PvP-Trainer und etwas Aufräumarbeit bei den Kebbits

Das Old-School-Update bringt außerdem einen neuen NPC, der Spielern helfen soll, im PvP besser zu werden. Diese Figur hat eine Reihe von Herausforderungen im Gepäck, die die Kampffähigkeiten schärfen sollen. Wer alle meistert, kann gegen den NPC selbst antreten, und zwar in einer von zwei Schwierigkeitsstufen. Wer alles schafft, geht mit einem besonderen Umhang nach Hause.

Eine kluge Ergänzung. PvP in Old School gilt als gnadenlos für Neulinge, und ein Trainingspartner, der einem nicht die Gegenstände abnimmt, ist ein sanfterer Einstieg.

Der Rest des Patches sind Kleinigkeiten. Netzfallen lassen sich jetzt stapeln und über ein Rechtsklick-Kontextmenü zurücksetzen. Außerdem hat Jagex eine seltsame Meldung entfernt, die erschien, wenn Charaktere einen wilden Kebbit aßen. Unwichtig, klar, aber genau solche Korrekturen wissen langjährige Spieler meist zu schätzen.

Unsere Einschätzung

Die Plugin-Beta ist hier die Geschichte, die man im Auge behalten sollte, auch wenn sie die weniger auffällige ist. Drittanbieter-Clients haben geprägt, wie viele Leute die Spiele von Jagex spielen, und dass Plugins nun in den offiziellen Client wandern, deutet darauf hin, dass das Studio dieses Spielerlebnis stärker mitbestimmen will, ohne den Spielern die Anpassungsmöglichkeiten zu nehmen, die sie offensichtlich wollen. Ob das klappt, hängt von zwei Dingen ab, die die Beta noch nicht beantwortet hat: wie schnell das Angebot über fünf Plugins hinauswächst und wie viel Freiheit die Plugin-Entwickler mit den versprochenen Werkzeugen tatsächlich bekommen. Fühlen sich die Entwickler eingeengt, bleiben die Spieler vielleicht einfach bei den Programmen, die sie schon nutzen.

Auch der Zeitpunkt ist interessant. Jagex hat wegen Reignited mit frustrierten Veteranen zu tun und hat zudem kräftig für ein viertes RuneScape-Spiel geworben. Eine spielerfreundliche Funktion wie offizielle Plugin-Unterstützung könnte helfen, etwas Wohlwollen zurückzugewinnen, auch wenn eine einzelne Beta das allein nicht regeln wird.

Auf der Old-School-Seite zeigen die ausführliche Vorschau auf das Fractured Archive und der neue PvP-Trainer ein Team, das Spieler lieber gut vorbereitet als überfordert sehen will. Spannend wird, wie gut die Skalierung des Raids hält, sobald Gruppen unterschiedlicher Größe ihn ab dem 20. Oktober angehen, und ob der PvP-NPC tatsächlich neue Spieler in den Kampf lockt.